KINOR - Jüdischer Kulturverein Gelsenkirchen

KINOR - Jüdischer Kulturverein Gelsenkirchen

→ im GELSENZENTRUM


→ Kinder- und Jugendarbeit

→ Teilnahmen


Vorstellung

KINOR ist Preisträger 2006 im bundesweiten Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz"

Der Jüdische Kulturverein Gelsenkirchen e. V. KINOR ist eine gemeinnützige Organisation, hat kein Einkommen. Alle Mitglieder und Beteilige sind beim KINOR ehrenamtlich beschäftigt. Der Kulturverein KINOR - ein progressives Netzwerk, eine Bewegung für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, für ein interkulturelles Miteinander– ist selbstständig, inhaltlich unabhängig und organisatorisch eigenverantwortlich. Mitglieder des Vereins können alle Menschen werden - unabhängig von Religion, Herkunft, Alter und Geschlecht. Die Mehrheit unserer Mitglieder und Beteiligen sind Zuwanderer aus der ehem. UdSSR im Rahmen jüdischer Immigration.

Der eingetragene Verein wurde offiziell 2000 gegründet. Als eine Gemeinschaft sind wir aber in unserer Stadt und Region seit 1993 aktiv. KINOR ist bereits ein unentbehrlicher Teil der kulturellen, sozialen und politischen Infrastruktur der Stadt und Region geworden. Integrationsarbeit mit Zielgruppen verschiedenen Alters, mit Frauen, Kultur und Kunst, vielseitige außerschulische Kinder- und Jugendarbeit, gesellschaftliches und bürgerschaftliches Engagement – das sind unsere Schwerpunkte.

"Die Vergangenheit nicht vergessen, mit der Gegenwart leben, über die Zukunft denken und das neue Leben hier und heute aufbauen" – das ist das Motto des Vereins.

Teilhaben lassen und Integration von Migrantinnen und Migranten durch Förderung
Zweck des Vereins (aus der Satzung)

Der Verein

  • unterstützt und fördert die Integration seiner Mitglieder in die deutsche Gesellschaft;
  • setzt sich für Überwindung der Vorurteile und Missverständnisse zwischen Juden und anderen Menschen ein;
  • erhält jüdische religiöse und kulturelle Traditionen, Sitten und Bräuche aufrecht und vermittelt verschiedene kulturelle Erscheinungen des jüdischen Lebens;
  • unterstützt und führt durch gesellschaftliche, bürgerschaftliche, kulturelle, religiöse, ökumenische, volksbildende, erzieherische und kinder-/ jugendpflegerische Beziehungen;
  • pflegt und vermittelt den Austausch der jüdischen, deutschen und russischen Kultur.

Ständige, aktive und konstruktive Teilnahme an der Integrationsarbeit der Stadt und Region

Zwischen Juni 2001 und April 2005, erstmals in unserer Region, ist das Integrationskonzept der Stadt Gelsenkirchen entstanden. KINOR hat ständig daran teilgenommen - an allen drei Fachkonferenzen und an der Arbeitsgruppe 2 "Kultur, Freizeit und Sport". Der Verein wurde oft und aktiv, u. a. durch den Schüler Igor Kyslytsyn (Gründungsmitglied) vertreten, weil wir das politische, gesellschaftliche und soziale Engagement von Jungen Menschen sehr wichtig finden. Vertreter des KINOR beteiligen sich an dem Integrationsprozess der Region, nehmen an vielen integrationsthematischen Tagungen, Konferenzen, Treffen und anderen Maßnahmen teil und leiten dann die Informationen an unsere Landesleute weiter.

Das Motto der Integrationspolitik und der interkulturellen und Kinder- und Jugendarbeit

Von KINOR ist das Lied:
The more we are together, the happier we shall be!
Because my friends are your friends/ And your friends are my friends
The more we are together, the happier we shall be.

Der Verein "Kinor" hat viele fruchtbare Kontakte mit Christen und Muslimen, mit Türken und Griechen, mit Afrikanern und Spanier und, natürlich, mit Deutschen. Wir nehmen an der Frauenbewegung (leisten auch große Arbeit mit und für Frauen) und mit weiteren 20 Vereinen an der GEMI (Gelsenkirchen – Migranteninitiative) teil. Wir sind offen für viele neue Kontakte, Begegnungen, Dialoge. Wir wollen gemeinsam mit Menschen verschiedener Herkunft unser Leben in dieser Stadt entwickeln. Gemeinsam können wir auch die Fremdenfeindlichkeit, die Gewalt, den Antisemitismus und den Nationalismus überwinden.

Wir wollen unsere eigene, jüdische und russische, Kultur erhalten, weiterentwickeln und anderen Mitbürgern nahe bringen und uns auch mit der Kultur der anderen Völker bereichern. Wir wollen aktiven Anteil am Leben dieser Stadt, unserer neuen Heimatstadt Gelsenkirchen, und dieses Landes haben. Wir leben hier und wollen die Verantwortung mittragen. Wir wollen nicht isoliert leben, sondern gemeinsam mit anderen Mitbürgern. Ein freier Dialog freier Menschen in einem freien Land – davon haben wir, die aus einer totalitären Gesellschaft gekommen sind, immer geträumt. Einen Platz für diese Begegnungen haben wir schon – unseren Kulturverein "Kinor", ein Haus der offenen Türen- offen für alle guten Menschen, unabhängig von Religion, Herkunft, Wohnsitz usw. – aus unserem Konzept.


Schwerpunkten, Credos, Prinzipien:

  • Kultur, Interkulturelle Vielfalt
  • Zivilcourage und das politische, gesellschaftliche und bürgerschaftliche Engagement
  • Raus aus den Ghettos, raus aus den Nischen!
  • Integration und nicht Assimilation
  • Integration beginnt im Kopf!

Gegenseitige gleichzeitige Integration:
Migranten - deutsche Gesellschaft, deutsche Gesellschaft – Migranten
(d. h. wir präsentieren den Mitbürgern unsere kulturellen und geistigen Schätze, u. a. um die deutsche Gesellschaft zu uns zu offnen und uns entgegen zu kommen)
-Priorität der Kooperationsarbeit – der Zusammenarbeit mit anderen Mitmenschen, mit verschiedenen Organisationen

Angebote:

Kinder- und Jugendarbeit, soziale Betreuung, Aufklärungsarbeit, kulturelle Bildung.
Für die Stadt, d. h. für alle, veranstalten wir Vorträge, Konzerte, Unterhaltungsabende, Feste.

KINOR ist ein Bestandteil der russischsprachigen und jüdischen kulturellen Infrastruktur in NRW und bundesweit

KINOR hat einen großen, bunten Kreis von Anhängern und Gleichgesinnten: verschiedenes Alters - von Kleinkindern bis Senioren, aus verschiedener Herkunftsländern, aus verschiedenen Sparten der Gesellschaft, aus verschiedenen Orten, u. a. sehr interessante und bedeutende Persönlichkeiten. Verschiedene Menschen, verschiedene gemeinsamen Taten und Aktionen – das alles kocht zusammen, explodiert sogar manchmal und prägt intensiv die gegenseitige Integration, also das interkulturelles Lernen. Wir sehen sogar, dass die Wirkung von unserer Tätigkeit auf die gesellschaftlichen Prozesse viel stärker und großer ist, als das die Maßstäbe unseres Vereines voraussetzen. Wir bauen Brücken zwischen Menschen und Kulturen.

Als eine Migrantenorganisation leisten wir die gewöhnliche, alltägliche Integrationsarbeit, das heißt, wir bieten soziale Betreuung und soziale Beratung an:
- wir helfen ständig neu Ankommenden bei den Ämterbesuchen und bei der Lösung verschiedener alltäglicher Probleme (in Mitarbeit z.B. mit der AWO, Caritas, der evangelischen Kirche, der Christlich-jüdischen Gesellschaft, der Stadt/Bereich Soziales usw.);
- In der Zusammenarbeit mit der AWO organisieren und führen wir durch Integrationskurse für Migranten und besonderes für Frauen – Migrantinnen;
- viele Menschen, vor allem alte Menschen, rufen uns in schwierigen Lebenssituationen und psychischen Zustanden an. Das heißt, unser Telefon funktioniert als ein Vertrauenstelefon (obwohl das ein privater Telefonanschluß ist - wir haben keine speziellen Büroräume, die Büroarbeit findet in unserer Wohnung statt) - durch unsere zahlreichen Kontakte finden viele Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose wieder eine Arbeitsstelle.

Beispiel: Kulturverein Kinor unterstützt Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen bei der Rekrutierung von geeigneten Arbeitskräften im Rahmen von HzA Projekten

"Ich brauche den KINOR-Mitgliedern lediglich die Beschreibung der Projekte zugänglich zu machen, um von ihnen geeignete KandidatInnen genannt zu bekommen. Ein Hauptprojekt ist das internationale Begegnungscafe "Die Brücke". Bereits im fünften Jahr arbeiten dort von KINOR ausgesuchte Frauen, die die Konzeption der "Brücke" ständig weiter entwickelt haben. Auch für unser Projekt "Sit-In", der bewirtschafteten Schülertoilette mit angrenzendem Hygieneshop hat KINOR auf Anhieb geeignete Frauen gefunden und motiviert, bei uns zu arbeiten" – so Brigitte Becker, Beratungslehrerin an der Gesamtschule Berger Feld und abgeordnete Lehrerin der RAA. Im Moment arbeitet bei der Schule durch KINOR ein Computer-Spezialist. Eine junge gelernte Pädagogin bekam nach 2 Jahren ihrer Arbeit im Begegnungscafe "Die Brücke" eine Stelle als Englischlehrerin, auch im Büro vom Kinderschutzbund haben wir einer Frau geholfen, eine Arbeitstelle zu finden.

Wir verbinden unsere Landsleute mit zuständigen Behörden der Stadt, wo sie Hilfe und Beratung finden können. Wir nutzen z. B. regionale russische Presse um Kontakt mit den Landsleuten zu finden, um sie über alles Wichtige zu informieren und unsere Hilfe anzubieten. Durch die russischen Medien, durch unseren zahlreichen E-Mail-Verteiler und durch "Mund zu Mund" - Propaganda verbinden wir sie z. B. mit dem Migrantenzentrum der AWO, wo sie Hilfe und Unterstützung von den Fachleuten in verschiedenen Bereichen finden können.

Außer direkter Sozialbetreuung und anderer gewöhnlichern Formen der Integrationsarbeit suchen und finden wir kreative Wege durch Kultur und politisches und gesellschaftliches Engagement, Aufklärungsarbeit, kulturelle Bildung und interkulturelles Lernen.

Seit 1993 sind wir aktiv. Unsere Gruppe hat 1995 erst in Gelsenkirchen den Abend (s. Anlagen, Fotos) mit dem breiten Konzertprogramm für die Stadt organisiert, wo alle Gelsenkirchener jüdische Migranten, professionelle und amateure KünstlerInnen, teilgenommen haben (s. Fotos). Der große Saal der AWO war voll, es waren im Publikum Vertreter der Stadt und Gäste aus ganz NRW. Seitdem Veranstaltungen in der Stadt sind für uns eine Tradition geworden. Zu dieser Zeit gehören auch die ersten kulturellen Aktionen zusammen mit der Gesamtschule Berger Feld (s. Anlagen, Fotos) unsere Kooperationsarbeit und Freundschaft dauert bis jetzt.

Auch seit 1993 haben wir enge freundliche Kontakte mit Künstlern der Region, dessen Ateliers immer für unsere Landsleute offen waren. Durch die von uns organisierten zahlreichen Ateliers-, Museen und Galerienbesuchen und Führungen sind viele russischsprachige Migranten aus der Umgebung (jüdische und Spätaussiedler), groß und klein, seitdem regelmäßig an Präsentationen moderner europäischer Kunst teilnehmen.

KINOR nimmt an Stadtfesten und Aktionen teil, veranstaltet selbst viele Kinderstraßenfeste, Kulturabende, Vorträge, Kunstausstellungen, Jugendaktionen usw.
- Besichtigungen vieler Museen, Ausstellungen u.a. von prominenten Künstlern,
- wir organisieren Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen von jungen Künstlern, Fotoausstellungen, jüdische Feste, Grill- und andere Parties mit Programm für Jugendliche, Theaterstücke, Konzerte, Bildungsveranstaltungen, Poesieabende, Literaturabende, Präsentationen der Bücher, Reisen mit Kulturprogramm usw.

Seit der Gründung des Vereins (2000) organisieren wir ständig in Gelsenkirchen und seit 2004 auch in unserer Filiale in Essen, Theater "Goloß" (d.h. Stimme - musikalische und Literaturabende in russischer Sprache.) (s. Anlagen), von 2 bis 5 Veranstaltungen monatlich. Hier kommt das Publikum aus vielen Städten in ganz NRW.
- Wir veranstalteten Unterhaltungsabende mit russischen Musikern, Sängern im Migrantenzentrum der AWO und / oder im internationalen Cafe Lalok Libre – mit Programm, mit Live-Musik und Gesang, wo alle herzlich willkommen sind.
- wir organisieren günstige Reisen, Seminare in Deutschland und Ausland, Ausflüge zu Museen, Galerien, ins Theater usw.
- In Kooperation mit der Jüdischen Liberalen Vereinigung von Ruhrgebiet organisieren wir bei uns Gottesdienste und jüdische Feste, zu denen auch Christen und Muslimen eingeladen werden.
- regelmäßig veranstalten wir für die Stadt Vorträge über jüdische Religion und Traditionen, auch über andere spannenden Themen.

Wir informieren einen breiten Kreis von Migranten über das Geschehen und Ereignisse im kulturellen, sozialen und politischen Leben der Stadt und Region

Viele russischsprachige Frauen sind von uns z. B. zur Teilnahme am internationalen Theater "Frauenpuzzle" bei der VHS herangezogen. Seit 2001 teilen unsere Frauen an der vielseitigen Arbeit dieser Gruppe, die auch soziale, bürgerschaftliche und politische Aspekte hat. Wie z.B. theatralischer Rundgang durch die historischen Orte der Frauenbewegung der Stadt, sozial-politische Veranstaltungen "Saubere Kleidung" oder mit dem Thema "Fremden" und andere. Seit 1995 treten "russische" Frauen aus unseren Kreisen mit verschiedenen kulturellen Darbietungen bei jährlichen Feiern des Internationalen Frauentages 8. März auf (s. Anlagen).

Verschiedene Informationen und Einladungen (z. B. zur Tagungen, Konferenzen, Weiterbildungen, Informationsveranstaltungen, Qualifizierungsmaßnahmen usw.), die wir von der Stadt, vom Jugendamt, vom Frauenbüro, von der RAA und anderen Institutionen bekommen, leiten wir an unsere Frauen weiter und ziehen sie dazu an. Integrationskurse für Frauen mit einem breiten Spektrum von Themen. Solche Aktionen sind schon eine unserer Traditionen geworden. Wir verteilen Flyer, Kataloge und Freizeitangebote von der djo, AWo usw.

Wir machen unseren Landsleuten bekannt verschiedene Ereignisse und laden sie dazu ein, wie z. B.:
Jährliche großen Saison – Eröffnungsfeier Open Air des Musiktheaters
Veranstaltungen zur Eröffnung neuer Ausstellungen in Museen und Kunstgalerien
Demonstrationen und Kundgebungen zum 9. November, Gedenken an die so genannte "Reichkristallnacht"
Reinigungs- und andere Aktionen mit dem sozialen Engagement in der Stadt

In unserer Stadt und Region werden oft offene kulturelle Veranstaltungen mit dem freien Eintritt organisiert (Konzerte, Theaterstücke u. ä.). KINOR bekommt immer Informationen und Einladungen zu diesen und leitet sie an unsere Landsleute und auch an andere Migranten aus unserem Bekanntenkreis weiter. Durch uns könnten seit Jahren viele Menschen aus den sozial schwachen Bevölkerungsgruppen kulturelle Ereignisse erleben. Oft ist es so, dass die Gruppe der organisierten von KINOR Zuschauer die zahlreichste im Publikum ist. Wir laden unsere Landsleute, z. B. zur Reise nach Kassel- documenta (organisiert immer vom Kunstverein), ziehen zur Teilnahme an verschieden Veranstaltungen in der Stadt und Region.

Aufklärungsarbeit und kulturelle Bildung

Beispiele mit den Themen:

  • Kultur im Ruhrgebiet und in NRW
  • Ruhr - Europa Kulturhauptstadt 2010
  • Begriff "Industriekultur"
  • moderne westeuropäische Ästhetik
  • Führungen - russischsprachige, zweisprachige oder deutschsprachige mit der Übersetzung bei Bedarf – extra für unseren Gruppen oder für unsere Landsleute zusammen mit anderen - durch Theater, Museen, Galerien, Bibliothek usw. Zu diesen werden in erster Linie Familien mit Kindern oder Gruppen von Jugendlichen eingeladen.

Wir helfen Migranten, russischen und anderen, bei ihren Besuchen der Bücherei. Durch unsere Empfehlungen hat heute unsere Stadtbibliothek eine gute Sammlung der modernen und klassischen russischen Literatur, viele von Büchern sind sogar zweisprachig. Einer von uns arbeitet im Bildungszentrum (VHS und Stadtbücherei) als Hausmeister und an der Pforte, er unterstützt ständig Besucher mit dem Migrationhintergrund (unsere Landsleute und andere Migranten) und durch ihn beeinflussen wir die Entwicklung der russischen Abteilung der Stadtbibliothek. Im Kontext des Projektes "Elternschule" machen wir den nächsten Schritt – suchen für die Kinderbücherei gute Kinderbücher in russischer Sprache oder zweisprachig: in russischen Geschäften, bestellen in den GUS-Ländern oder

Unsere Kooperationspartner sind:

Kinder- und Jugendorganisationen:
Jugendamt Gelsenkirchen,
"Deutsche Jugend in Europa"- NRW,
"SJD – Die Falken",
Deutsche Beamtenbund-Jugend NW,
Kinderschutzbund Gelsenkirchen,
Gesamtschule Bergerfeld,
GABS/ jmd –Jugend –Migrationsdienst Gelsenkirchen,
"Lalok Libre – Kinder- und Jugendlokal Gelsenkirchen- Schalke,
AWO – Internationales Migrantenzentrum,
Caritas,
Diakonie,
Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen,
Musiktheater im Revier – MiR,
Consol Theater, Bildungszentrum (VHS und Bücherei),
"Bleckkirche – Kirche für die Stadt",
Ev. Kirchenkreis / Frauenreferat GE,
Frauenreferat der EkvW – Dortmund,
Gleichstellungsstelle - Stadt Bochum,
viele Migranten-Organisationen wie:
Deutsch-Griechischer- und Spanischer Verein,
Forum Afrika,
Museen,
Theater "Studio-Bühne Essen",
Jüdische Stiftung "Yahadus" Zürich,
Deutsch-Israelische Gesellschaft (regional)
Bildungsministerium in Israel,
Jüdische Gemeinden und Organisationen der Region und bundesweit, zahlreiche Netzwerke der russischsprachigen kulturellen Infrastruktur in der Region und andere bundesweit tätige Institutionen.


Kinder- und Jugendarbeit ist einer unserer Schwerpunkte

Wir sind ein buntes Land mit einer vielfältigen Kinder- und Jugendszene und vielen unterschiedlichen Kindern und Jugendlichen, Mädchen und Jungen. Was machen wir zusammen? Wir haben schon so viele gute Sachen zusammen gemacht und machen immer weiter. Schauen Sie bitte unsere Dokumentation an: Sie werden ein Leben junger Menschen verschiedener Herkunft sehen, voll des Sinns, der Zivilcourage, indem es keinen Platz für Gleichgültigkeit gibt. Arbeit des Vereins versucht gezielt, das Gegen- oder Nebeneinander der verschiedenen Nationalitäten zu überwinden, um zu einem wirklichen Miteinander von Kindern und Jugendlichen zu kommen.

  • Wenn jüdische und russische zugewanderte Jugendliche jüdische Lieder singen, feurige jüdische Tänze zusammen mit einheimischen Deutschen tanzen, zusammen mit Türken und Polen,
  • wenn russischsprachige Teenager Kinderstraßenfeste zusammen mit jungen Griechen und Spaniern, Brasilianern und Persern veranstalten oder zusammen nach Brüssel ins Europäische Parlament und ins Afrikanische Museum fahren,
  • wenn Kinder aus verschiedenen Ecken des Planeten eine theatralische Reise nach Afrika organisieren, um zusammen mit dem Forum Afrika gegen Rassismus zu kämpfen,
  • wenn eine Gruppe der jüdisch-russischen Migranten - Erwachsene, Gymnasiasten und Studenten - mit muslimischen, katholischen und evangelischen Kindern aus einer Gelsenkirchener Hauptschule in einem Schülerklub kreativ, fantasievoll vielfältig und wie ein pädagogisches Team arbeitet, dann brauchen wir hier vor der Zukunft keine Angst zu haben!

Geschichte

1977 bekam ich mein erstes Kind. In den 70er und 80er Jahren entstand in der damaligen Sowjetunion ein Boom der neueren alternativen Pädagogik; Kinder sollten mit Freude lernen, ihre kreativen Anlagen entwickeln können. Ich war Teilnehmerin einer Elterngruppe, wo wir diese Ideen umgesetzt haben. Diese Strömung hat mich beeindruckt, sodass ich sogar meinen Beruf wechselte (ich bin Diplom-Architektin). Ich fing an, an der Schule zu arbeiten (auch in den Ferienlagern und Kinderstätten), wo ich die Prinzipien der so genannten "Pädagogik der Freude" ausarbeitete.

Sehr wichtige Komponente dieser Arbeit war immer die Interkulturalität und das interkulturelle Lernen - andere Kulturen kennen zulernen – möglicherweise durch Bildungsreisen durch Bücher, Theater, Kunst. Reisen um den Globus während des Kunstunterrichts, um Lewis Caroll und Alice im Wunderland und andere Autoren und Figuranten verschiedener Märchen in verschiedenen Ländern zu besuchen, Theater, Bilder zu interkulturellen Themen – diese und andere Methoden waren Instrumente des interkulturellen Lernens.

Auf diesem Grund basiert auch meine/ unsere Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland seit 1993. Hier gibt es viel mehr Möglichkeiten, die wir auch nutzen. Seit Jahren bildete ich einen Kreis der ungleichen Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und wir arbeiten mit jungen Menschen verschiedener Herkunft und bringen sie auch zusammen.

Es gibt eine Klischeevorstellung, dass Kinder aus sozialschwachen Familien keinen Bedarf an hoher Kultur hätten. Im Schülerklub jedoch, wo die Teilnehmer – die meisten von ihnen Migranten - von einer Hauptschule kamen, hörten die Kinder -begleitet von unserem KINOR-Team- z. B. klassische Musik und Jazz und betrachteten Bilder von Klassikern moderner Kunst sowie Werke von hervorragenden Meistern aus der Region. Die Kinder malten selbst im Stil von Picasso oder Dali. Sie dachten sich Märchen aus und Drehbücher zu Theaterstücken, sie fertigten Kostüme an, sie bauten das Bühnenbild und führten Regie und setzten ein Schauspiel um.

Auch an der Ganztagsrealschule am Hagemannshof führten wir (hierfür habe ich gleichfalls jüdische Migranten, KINOR- Leute, herangezogen) eine vielseitige Kulturarbeit durch. Überall, wo wir seit 1993 arbeiteten, wurden "Pädagogik der Freude - Kinder sollen mit Freude lernen, ihre kreativen Anlagen die Prinzipien der vorauseilenden Entwicklung sein" angewendet. Entwicklung des Intellektes, des Gedächtnisses, der Fantasie und der Einbildungskraft sowie Entwicklung der kreativen Fähigkeiten von Kindern durch Entwicklung fördernde Spiele, durch das Ausdenken von Märchen, von Erzählungen und von Gedichten, durch Bewegung, durch Theaterspiel, durch die Begegnung mit verschiedenen Formen der bildenden Kunst, der kreativen Gestaltung sowie mit Elementen der Architektur – alles im harmonischen Zusammenspiel. Dies alles ist bis jetzt in Deutschland in Kindergärten und Schulen fast unbekannt oder bis jetzt eher verpönt. Es wurde und wird aber in unserer, in der "russischen" pädagogischen (oft in der alternativen) Praxis und weltweit erfolgreich.

Viele Familien, Migranten aus der ehem. UdSSR, sind glücklich zu nennen, denn in diesen Familien spielt die Kultur eine bestimmte bzw. eine wichtige Rolle. Jedoch gibt es auch hier Probleme. So herrscht beispielsweise in vielen "russischen" Familien, in denen die Erwachsenen ausschließlich auf Grundlage der realistischen Kunst, der Kunst des "sozialistischen" Realismus’ erzogen wurden, kein Interesse an zeitgenössischer Kunst und Kultur, kein Verständnis für moderne Tendenzen, welche die gegenwärtige Welt ausdrücken. Ohne das Verständnis der Bildersprache, der Theater- und Musiksprache, der Wörtersprache (Literatur), der Bewegungssprache (Tanz und Pantomime), mit welcher sich die menschliche Gesellschaft heute ausdrückt, können die Kinder nicht deren vollwertige Mitglieder werden.

KINOR füllt diese Nische aus, unter anderem durch Führungen in Museen und Galerien, durch Gespräche mit prominenten und hochprofessionellen Künstlern, durch Kunst- und Kunstgeschichteunterrichte, durch Theaterbesuche sowie durch Seminare, Lesungen, Workshops und mehr. Die Heranführung der Kinder an moderne Kunst, weiter die Förderung junger Künstler, die fortgesetzte und regelmäßige Durchführung von Ausstellungen ihrer Werke stellt eine der Hauptausrichtungen der Arbeit von KINOR dar.

Schwerpunkte unserer Kinder- und Jugendarbeit

Junge Menschen verschiedener Kulturen lernen von einander durch Kulturaustausch. Das "interkulturelle Lernen" durch gemeinsame Aktivitäten; andere Kulturen kennen lernen – möglicherweise durch Bildungsreisen, durch Bücher, Theater, Kunst. Das alles gibt neue Chancen und öffnet neue Perspektiven für Migranten wie für die Einheimischen.

Einige Beispiele der Kinder- und Jugendarbeit
1. bei der evangelischer Kirche in GE-Buer mit russischsprachigen Kindern
2. im Helene-Weber-Haus (Katholische Familienbildungsstätte) Kurse für russischsprachige Kinder
(s. Anlage und Foto)
3. Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum der Jüdischen Gemeinde Bochum (s. Anlage und Foto)
4. Bei der Caritas Recklinghausen - Nachmittagsprogramm mit Hausaufgaben, Spielen und kreativen Beschäftigungen für internationale Kindergruppen.
5. In der Gesamtschule Bergerfeld: AG für die internationalen Klassen und weitere Zusammenarbeit als Verein KINOR bis heute. (Beratungslehrerin Frau Brigitte Becker, Tel.: 1696532)

(...) Seit 1995 arbeiten wir mit der Gruppe KINOR zusammen und haben einige Kulturveranstaltungen zusammen organisiert und gefeiert. Durch KINOR habe ich persönlich erfahren, welche Bereicherung die ukrainischen Juden für unsere Gesellschaft darstellen. Ich freue mich, dass auch etliche Kinder bei uns an der Gesamtschule Berger Feld sind. Sie zu fötdern und ihnen guten Start für ein Leben in Deutschland zu verschaffen, ist unser Ziel. (...) soweit Brigitte Becker, Beratungslehrerin an der Gesamtschule Berger Feld und abgeordnete Lehrerin der RAA.

Weiterhin Leitung des Jugendzentrum der Jüdischen Gemeinde Bochum, verschiedene Kurse, Hausaufgaben, Spiele und kreativen Beschäftigungen für russischsprachige Kinder und für internationale Kindergruppen. Und, nicht zu vergessen, der Schülerclub für Kinder aus internationalen Klassen von der Hauptschule Grillostrasse.

An dieser Arbeit haben KINOR-Mitglieder, jüdisch-russische Migranten(Erwachsene, Gymnasiasten und Studenten) teilgenommen. Daraus entstand ein Team, basierend auf gegenseitigem Verständnis, guter Zusammenarbeit und Freundlichkeit zu Kindern und zu einander – wie zum Beispiel:
Kinderspielfest "Reise um die Erde"
In Rahmen der Interkulturelen Woche in Gelsenkirchen ein Straßen-Kinderspielfest "International" mit abwechslungsreichem Programm. Mit Kinder und Konzert (jüdische, russische und internationale Lieder, Theater, Tänze, Kunst, Spiele, u.a.)
Besichtigung des Europäischen Parlament und des Museums Afrika in Brüssel, anderen Museen, Kunstgalerien usw.
Veranstaltung "Europa gegen Rassismus" am 4.Juni 2002 in Zusammenarbeit mit dem Forum Afrika.

Nach dem Schulunterricht verbrachten Schüler der 5.- 6. Klassen ihre Freizeit zwei Mal pro Woche während der Nachmittagszeit im "Lalok libre" oder bei verschiedenen Ausflügen. Mit dem Schwerpunkt "Integration für Kinder ausländischer Herkunft in die deutsche Gesellschaft" fanden im Schülerklub folgende Aktivitäten statt:
Hausaufgabenbetreung mit Hilfe der SchülerclubsmitarbeiterInnen
Aufschlussreiche Bildungs- und Entwicklungsprogramme, alles im harmonischen Zusammenspiel und in spielerischen Formen:

  • Bildende Kunst und kreative Gestaltung
  • Kunstgeschichte, Elemente der Architektur
  • Geschichte der Weltkultur
  • Ausstellungen der kreativen Tätigkeiten von Kindern
  • Moderne ästhetische Denkweise
  • Geschichte und Geographie
  • klassische Musik, Jazz, Volksmusik, Rock, Pop u .a.
  • Gesang
  • Tanz, modern und Volkstanz
  • Literatur (u. a. Märchen, Erzählungen und Gedichte ausdenken)
  • Theater und Puppentheater (Drehebücher, Puppen, Kostüme und Dekorationen haben die Schüler selbst gemacht)
  • Film-,Video- und Fotoprojekte
  • Spielsalon: Entwicklungsspiele für Intellekt-, Gedächtnis- , Fantasie-, logisches Denken, Einbildungskraftentwicklung und Entwicklung der kreativen Fähigkeiten der Kinder aufgrund moderner didaktischer Methoden; Bewegungs- und Kommunikationsspiele
  • Gespräche und Diskussionen zu den Themen Politik, Gesellschaft, Sexualität etc.

Ausflüge:

  • Besichtigung von Kunstmuseen, Galerien und Ateliers der Künstler
  • Besichtigung von Theater
  • Führungen durch die Stadt "Was und Wo in Gelsenkirchen" mit Geschichte, Informationen etc.
  • Besichtigung von Museen verschiedener Themen, Betrieben, Institutionen mit vorbereitetem Programm und Führung, z. B. Europäisches Parlament, Afrikanisches Museum in Brüssel, Archäologisches Museum, Gelsenwasser, Schokoladenfabrik, ständige Besichtigungen der Stadtbücherei etc.
  • Grillparties, Spaziergänge in Parks und Wäldern, Sportaktivitäten, Kirmes
  • Orientierungsspiele in der Stadt und in der Landschaft
  • Veranstaltungen:

  • Straßen-Kinderspielfest international mit verschiedenen Ateliers Kunst-, Theater-, Sport-, Zirkuswerkstatt und Spielatelier) und köstlichen Spezialitäten aus verschiedenen Kulturen
  • Veranstaltung gegen Rassismus mit einer musikalisch-theatralischen Reise nach Afrika und mit dem Motto: "The more we are together, the happier we shall be"
  • Kinderspielfest "Reise um die Erde" mit Spielen, Musik, Tanzen, Essen-Spezialitäten unterschiedlicher Kulturen
  • Teilnahme an der Veranstaltung von "Raduga" für und mit Gastkindern aus Tschernobyl und Weißrussland
  • Theaterstücke bei den Veranstaltungen im "Lalok"
  • Seit 1993 Kooperation mit der Organisation "Deutsche Jugend in Europa" (djo)- Von jüdischen Migranten waren wir die ersten in NRW, die "djo" "entdeckt" und ihre Türen für jüdische Kinder und Jugendliche geöffnet haben. Nur viel später entstanden noch andere Netzwerke für jüdische junge Menschen unter dem Dach der djo, mit einigen kommunizieren wir eng und beraten diese Organisatoren bis heute. Durch die djo waren jüdische Kinder und Jugendliche oft im Ausland und in vielen wundeschönen Orten Deutschlands. Mit der Unterstützung von der djo könnten wir viele Museen, Galerien und Theater in der Region besuchen und interessante Bildungsveranstaltungen organisieren.

    Im Februar 2000 hat die djo für die jüdische Jugendgruppe von KINOR in einem evangelischen Gemeindenhaus in Gelsenkirchen ein Netzwerk für die regelmäßigen Treffen am Ort organisiert. Mit dieser Gruppe haben wir z. B. folgende Aktion durchgeführt:

    Das internationale Seminar in Israel vom Bildungsministerium in Israel. Für Schüler aus dem Ruhrgebiet zusammen mit 40 israelischen Jugendlichen.
    "Internationale Beziehungen für Eröffnung der jüdischen Jugend".
    Sommerlager "Jugend-Führung" für Teenagers-Emigranten Israel-Deutschland – Psychologisches Seminar + Ausflüge <
    Vor der Reise wurden für die Teilnehmer Vorträge von Fachleuten über Israel organisiert. Bei diesem Seminar hat jede Gruppe ihr eigenes Projekt entwickelt und präsentiert. Unser Projekt hieß "Ein Jugendzentrum in Gelsenkirchen" – für jüdische und andere jungen Menschen. Diesen Traum haben wir in Gelsenkirchen bis heute.
    Podiumsdiskussion für jüdische, islamische und christliche Jugendliche "Die Rolle der eigenen Kultur zur Identitäts- und Persönlichkeitsbildung" in Zusammenarbeit mit der Christlich-jüdischen Gesellschaft.
    Außerdem im Rahmen der Interkulturellen Woche in Gelsenkirchen im September 2001 Stadtfestteilnahme mit jüdischen, russischen und internationalen Liedern, jüdische Tänze (Jugendliche), Spezialitäten, Spielfest mit abwechslungsreichem Programm.
    "World - kulture night", Gesamtschule Berger Feld in Zusammenarbeit mit KINOR November 2001
    "Getto in Minsk" - Dr. Felix Lipski, ein Überlebender - mehrere Veranstaltungen
    Führung durch die Ausstellung "Das Untergrundarchiv des Warschauer Ghettos"
    Ausstellung "Fünf Jahreszeiten"- Vernissage; Musikperformance. Schülerinnen von Prof. Rolf Glasmeier Polina Pysmenna (16) und Radmila Grinberg (17) und viele anderen Ausstellungen von jungen und kleinen Künstlern ab 5 Jahren.

    26.10 -30.10.10.2003 - Bildungsveranstaltung für Jugendliche (ca. 40 Personen) aus 10 Städten NRW in Gesamtdeutscher Bildungsstätte Himmighausen zum Thema "Deutsche und Jüdische Geschichte im Kulturvergleich" mit vielseitigem Kulturprogramm In Zusammenarbeit mit der djo- Deutsche Jugend in Europa (s. Anlage, Fotos)

    Bildungsveranstaltungen mit Themen: Zeitgenossische Kultur- Literatur, Musik und Kunst - für Jugendliche - Soziales Lernen durch das Theater - für Kinder und Jugendliche, Kinder- und Jugend-Theater – Bühnegestaltung, Kostüme- und Requisiten.

    2004 – Ganztagschule: Realschule am Hagemannshof - Team der jüdischne Migranten von KINOR Nachmittagsprogramm mit Hausaufgaben, Spielen und kreativen Beschäftigungen für internationale Kindergruppen.

    Workshop für Jugendliche "Klezmermusik & Jiddisch - Was ist das?"- 14.-22.04.2004, 26.09.2004, 17.10.2004, 13.11.2004 und 11.12.2004 in Zusammenarbeit mit Referat Kultur Gelsenkirchen. Unter der Leitung von den größten Weltstars des Klezmer-Genres haben die jungen Menschen von 9 bis über 20 - Deutsche, Russen, Juden, Polen und Türken zusammen – viele Informationen und neue Kenntnisse bekommen, Musik gespielt, getanzt, gesungen, Theater gespielt, viele neuen Freunde gefunden.

    2005-2006, 2006-2007 -Teilnahme einer großen Gruppe von "russischen" Jugendlichen und später auch deutschen Jugendlichen am Projekt Heavy Music - Cool Love vom Ballett Schindowski, Musiktheater im Revier ( MiR). Die Arbeit am neuen Stück für die Saison 2007-2008 hat schon begonnen. Teilnehmer kommen aus dem Kreis des KINOR wie auch durch die Artikel und Annoncen des KINOR in der russischen Presse der Region. Die Jugendlichen, Migranten aus der ehem. UdSSR, haben zum ersten Mal in solcher Aktion teilgenommen. Die Leiter des Projektes sind von intellektuellen und kreativen Fähigkeiten und Begabungen "russischer" Teenager begeistert und laden sie immer gerne zur weiteren Zusammenarbeit ein.

    Bei verschiedenen regionalen russischen Medien erscheinen unsere Artikel und Informationen, wo wir mit Fotos über den Erfolg unserer Teilnehmer in der vergangenen Saison und über das neues Projekt erzählen und dazu neue jungen Teilnehmer einladen. Normalerweise sind Schulen Kooperationspartner vom Ballett Schindowski KINOR ist die einzige Schulen. KINOR ist die einzige Organisation, die ehrenamtlich am Projekt arbeitet. Wir verbinden unsere Jugendlichen mit verschiedenen Jugendorganisationen, wo sie immer wieder neue Chancen bekommen. Zum Beispiel können Sie Messen und andere wichtigen Veranstaltungen besuchen. Bei verschiedenen Aktionen von KINOR arbeiten junge Menschen – Schüler, Studenten, Auszubildende u. a. - zusammen mit Erwachsenen: Schulerklub, Ganztagschule, kulturelle, soziale, politische Projekte. Auch ganz kleine nehmen an Veranstaltungen teil. Es ist schon aus "unseren Kindern" eine Generation gewachsen, wir bleiben aber immer noch im Kontakt und machen vieles zusammen.

    Katja Pysmenna aus Gelsenkirchen studiert und wohnt in Köln, wo sie mit ihrer genauso kreativen Kollegin (die beiden haben Pseudonamen: Katja Kubikova und Katja Rubikova) hat eine, seit Jahren sehr erfolgreiche kulturelle Einrichtung "Kompott" gegründet mit dem Schwerpunkt "osteuropäische Kultur" (s. Anlage "Kompott"). Da kommunizieren mit einander junge Menschen verschiedener Herkunft, auch viele Deutschen. Auch rum herum "Kompott" passiert viel Interessantes, also ist es schon eine junge kulturelle Infrastruktur. Durch KINOR finden Begegnungen zwischen jungen Kulturschaffenden und Kulturinteressierten aus Gelsenkirchen und Region und dem Club Kompott & Co in Köln statt. Unsere Schüler und Studenten geben Nachhilfe für Kinder verschiedener Herkunft, KINOR vermittelt diese Kontakte. Junge Menschen helfen bei verschiedenen Anlässen mit der Übersetzung, Organisation usw.

    Elena Gubenko, KINOR e. V.


    Beispiele zu Fortbildungen, Teilnahme an Konferenzen, Seminaren, Kongressen usw. Kulturelles, soziales und politisches Engagement

    Mitgliedschaft seit 1993 in der Organisation Deutsche Jugend in Europa (s. Anlagen)
    Beispiele von Fortbildungsmaßnahmen der djo:
    Teilnahme an der internationalen Fachkräftetagung vom 05.-10.12.1999 zum Projekt "Neue Brücke" in Israel "Gemeinsame Verantwortung, Verwicklung der Jugend in der Gemeinschaft". Delegationen (Bereich außerschulische Arbeit) aus Israel, Deutschland, Polen und Russland. Veranstalter: Bildungsministerium Israel.

    Teilnahme am Seminar "Arbeitskreis Aussiedler" vom 06.-08.10.2000 in Berlin

    Teilnahme am Seminar für Jugendgruppenleiter in der Migrationsarbeit zum Thema Politische Partizipation in der Jugendherberge Düsseldorf vom 29.11. – 02.12.2004 mit der Unterstützung und Teilnahme vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW.

    Teilnahme an der 3. Tagung europaeischer jüdischen Aktivistinnen und Gemeindepolitikerinnen BET DEBORA 2003 Macht und Verantwortung vom 29.11. – 02.12.2004.

    Teilnahme am Kongress Sarah – Hagar in Berlin, 21. – 25. Mai 2004. (Interkulturelle/Interreligiöse Verständigung, Stärkung von Frauenpositionen, Globale Dimension) mit einem Vortrag beim Podium "Religiöse Identität".

    Teilnahme am "Frauen ans Netz" - Club bei der Stadtbibliothek
    Weiterbildung für Manager März –November 2004
    Juni 2001-April 2005. Teilnahme am Entstehen des Integrationskonzeptes der Stadt Gelsenkirchen, Teilnahme an Fachkonferenzen und an der Arbeitsgruppe 2 "Kultur, Freizeit und Sport".
    Qualifizierung zum/r "Kultur- und Freizeitmanager/in" (QKF6) Januar –Dezember 2005
    9. März 2005 – im Messe und Congress Center, Düsseldorf: Zukunftsforum Regionale Kulturpolitik NRW 2005 Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Während dieses waren wir einige der Initiatoren der Arbeitsgruppe "Interkulturelle Projekte als Chance". Die weiteren Treffen dieser Gruppe finden mit der Unterstützung vom Ministerium monatlich im Domforum Köln statt.
    23. -24. Juni 2005 - publikum.macht.kultur. Dritter Kulturpolitischer Bundeskongress in Berlin

    Seit Jahren gehören wir zur Gruppe regionaler Migrantenselbstorganisationen in NRW Leitung: Fachberatung MigrantInnenselbsthilfe bei der PARITÄTISCHE NRW. Tätigkeit:
    Regelmäßige Vernetzungstreffen mit aktuellen Themen (z.B.: "Migrantenselbstorganisationen (MSOs) als Kooperationspartner Kommunaler Verwaltung" und Elternnetzwerk MRW ), mit Teilnahme bzw. Vorträgen von Vertreten von Ministerien und anderen zuständigen Institutionen wie auch von verschiedenen Fachleuten; mit Diskussionen und Erfahrungsaustausch zwischen teilnehmenden MSOs.
    Vorbildungsseminare mit verschiedenen Facetten von Themen: Integration, Kinder- und Jugendarbeit, Interkulturelle Öffnung und Öffentlichkeitsarbeit in MSOs, Projektmanagement usw.
    2. Stiftungstag Ruhrgebiet "Aufbruch zum Stiften!" am 12.11.2005 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen (s. Anlage 10)
    Praxisforum (interregional) "Kommunale Integrationskonzepte" am 1.12.05 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen
    Tag des Ehrenamtes in Gelsenkirchen
    Informationaustausch für die Migrantenselbstorganisationen in Gelsenkirchen
    Veranstaltungen vom PräGE - Präventionsrat Gelsenkirchen, Leitung: Polizeipräsidium Wir nehmen am Forum 3 "Prävention für Kinder, Jugend und Schule" teil.
    30.03.06 Fachtagung "Vielfalt und Gerechtigkeit" Geschlechtergerechte Integration in der Kommune
    Seminare zu den Themen Integration und Interkulturalität in der Stadt und Region
    Mitgliedschaft seit 1998 in der Gesellschaft für CRISTLICH-JÜDISCHE Zusammenarbeit
    Mitgliedschaft im regelmäßigen "Runden Tisch" der Stadt Gelsenkirchen zum Thema Betreuung von Flüchtlingen, Spätaussiedlern und jüdischen Emigranten in beim Referat Soziales, Abteilung Aussiedler, Flüchtlinge und Wohnungsnotfälle.
    Mitgliedschaft in dem Verein "kultur leben" – Verein zur Förderung der Freien Kultur in Gelsenkirchen e. V.
    Wir haben mit unseren Bemerkungen über die Situation der alten Menschen (es geht bei uns um jüdische Migranten und auch Spätaussiedler), mit den Gesprächen mit dem Senioren- und Behindertenbeauftragter vom Vorstandbereich Arbeit und Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz auf das Entstehen des Seniorenberichtes 2005-2006 der Stadt Gelsenkirchen - Leben von Senioren und Seniorinnen in der Stadt und Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lage beigetragen.
    Sarah-Hagar-Projekt im Ruhrgebiet
    Tagung - Inter:Kultur:Komm 2006. 24. und 25. August 2006 - WeststadtHalle – Essen. Im Auftrag der Staatskanzlei des Landes NRW organisiert EXILE-Kulturkoordination die Tagung "Inter:Kultur:Komm 2006". Ziel der Tagung ist es, innovative kommunale Handlungskonzepte für interkulturelle Kulturpolitik vorzustellen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, der Verwaltung, dem Kulturmanagement, sowie Künstlerinnen und Künstlern mit und ohne Migrationshintergrund, Migrantenselbstorganisationen und Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland auszutauschen und zu diskutieren. Wie kann man Migrantinnen und Migranten den Zugang zu Kultureinrichtungen, Kulturveranstaltungen und Förderprogrammen der Kommunen erleichtern? Wie lassen sich ihre künstlerischen Leistungen unterstützen? Wie kann man den Zugang zu den kulturellen Szenen der Zugewanderten für die Mehrheitsgesellschaft öffnen?
    31.08.06 - 2. Gelsenkirchener Integrationskonferenz "Interreligiöser Dialog vor Ort" mit den Vertretern von drei Religionen (von den Juden wurde nur KINOR vertreten) rußwort und Information über den Stand des Interreligiösen Dialogs: Thomas Kufen,Integrationsbeauftragter des Landes NRW.
    Es wurde bei der Diskussion ein Statement von KINOR abgegeben, eine neuen Vision und eine neuen Fragestellung vorgestellt. Das hatte eine große Resonanz: wir wurden von Journalisten interviewt und von vielen Menschen angesprochen.
    2.11.06 - Konferenz zum Thema "Organisationsstrukturen der türkischen Muslime gestern und heute" Von der Stadt Gelsenkirchen
    23.11.06 - Fachtagung (NRW) "Familienbildung und Zuwanderung. Perspektiven für eine gelungene Integration"
    Mitgliedschaft am Elternnetzwerk MRW. Integration miteinander
    Mitgliedschaft in der "Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie – Gelsenkirchen"
    Mitgliedschaft in dem Verein "Weltkongress russischsprachiger Juden" e. V.
    agisra e.V.- vom 26. bis 28.10.2007 eine bundesweite Konferenz "Menschenrechte für Migrantinnen und Women of Colour. Eine Konferenz von Migrantinnen für Migrantinnen".
    28.11.2007- 3. Gelsenkirchener Integrationskonferenz "Zugewanderte als Chance für Unternehmen und Verwaltung"

    Quelle: Elena Gubenko, KINOR. April 2008.
    (Die Texte und Bilder stellt KINOR bereit, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Elena Gubenko)

    Andreas Jordan, Juli 2008