Das Gelsenberglager, ein Außenlager des KZ Buchenwald
Nur wenigen Gelsenkirchenern ist bekannt, daß in unserer Stadt während der Hitler-Diktatur ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald existierte. Das Lager befand sich auf dem Betriebsgelände der heutigen BP-Raffinerie im Stadtteil Horst. Hier waren etwa 2000 ungarische Zwangsarbeiterinnen untergebracht, die unter anderem zur Trümmerbeseitigung in dem Hydrierwerk der damaligen Gelsenberg-Benzin AG eingesetzt waren. Neue Forschungsergebnisse machten eine Überarbeitung und Ergänzung des Artikels "Das Gelsenberglager" im August 2008 notwendig.
→ Das Gelsenberg-Lager, SS-Arbeitskommando Gelsenkirchen-Horst
Den Opfern vom Gelsenberg-Lager zum Gedenken
Im Jahre 2003 übergab der damalige Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen der Öffentlichkeit eine Tafel mit den Namen und Geburtsdaten der ungarischen Zwangsarbeiterinnen jüdischen Glaubens, die bei den Bombenangriffen auf die Gelsenberg Benzin AG im September 1944 getötet wurden. Den Frauen und Mädchen war der Zutritt zu Bunkern und Schutzgräben verboten. Die Tafel wurde auf dem Friedhof in Gelsenkirchen-Horst Süd vor dem dortigen Mahnmal aufgestellt. Die Auflistung ist nicht vollständig, jedoch gibt sie vielen bis vor einigen Jahren noch anonymen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ihre Namen zurück. Die virtuelle Gedenktafel zeigt hier jeweils neben dem Namen auch das Alter der Opfer.
VirtualVoices by GELSENZENTRUM: → Den Opfern vom Gelsenberglager zum Gedenken
ZwangsarbeiterInnen in Gelsenkirchen 1940-1945
Rund 40.000 Zwangsarbeiter mussten von 1940 bis 1945 für die Gelsenkirchener Kriegswirtschaft arbeiten, womit sie zeitweise fast ein Drittel aller Beschäftigten in Gelsenkirchen stellten. Zumeist untergebracht in bewachten Lagern, die sich ab 1942 allmählich über das gesamte Stadtgebiet ausbreiteten, dürften sie damit das Bild der Stadt Gelsenkirchen nicht unwesentlich geprägt haben. In der Wahrnehmung der Kriegsgesellschaft aber spielten sie hier wie überall trotz ihrer augenfälligen Entrechtung so gut wie keine Rolle, was sich nicht ausschließlich auf Strafandrohung oder das vom Bombenkrieg bestimmte Alltagsleben zurückführen lässt. Mindestens ebenso verantwortlich für die gleichgültige Haltung vieler Deutscher zeichnet die rassistische Propaganda des NS-Staates, wodurch insbesondere die zu Tausenden nach Gelsenkirchen deportierten sowjetischen Zivilisten ("Ostarbeiter") und Kriegsgefangenen in die Kategorie "Untermenschen" fielen.
→ Zwangsarbeit in Gelsenkirchen 1940-1945
→ Zwangsarbeiter in Gelsenkirchen-Hassel
→ Charles Ganty aus Belgien
→ Todesurteil Charles Ganty
→ Die Flucht des M.G. Peters
→ In Gedenken an Petrus-Gustaaf Droessaert
→ Erinnerungen von Barbara S., ehemalige "Ostarbeiterin" in Gelsenkirchen
→ Brief einer ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiterin
→ Zwangsarbeiterlager Hermannstrasse/Forsthaus
→ Zwangsarbeit Dokumente und Fotos
Liste der Lager und Gebäudeunterkünfte für Zwangsarbeiter in Gelsenkirchen 1933-1945Auf Gelsenkirchener Friedhöfen sind etwa 3500 Zwangsarbeiter bestattet. 884 russische Zwangsarbeiter sind in Horst-Süd bestattet. Dort befanden sich auch die größten Zwangsarbeiterlager, die Lager Brinkstrasse und Bruchstrasse. → "Ost- und Westarbeiterlager" (Unterkünfte) während der Kriegsjahre 1940-1945 → Liste der Lager in Gelsenkirchen Hintergrundgrafik: KZ-Häftlinge bei Außenarbeiten für den Aufbau von Anlagen des Krupp-Konzerns in Auschwitz, 1942-1943 (USHMM Washington D. C.)
|