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In Gelsenkirchen verließ am 27. Januar 1942 der erste und größte "Judensammeltransport" die Stadt. Über 500 jüdische Menschen aus Gelsenkirchen und Umgebung wurden an diesem Tag mit der Deutschen Reichsbahn zunächst in das Ghetto Riga verschleppt. Nur die wenigsten der Menschen überlebten Transport, Ghettos und Konzentrationslager.
Zu den Zielsetzungen der "Woche der Erinnerung" gehören:
Vertreter interessierter Organisationen, Schulen, Gliederungen, Vereine oder Verbände sind zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten der "Woche der Erinnerung" aufgerufen. Organisiert z.B. Workshops, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen, Zeremonien, Verlesen von Namen - seid kreativ!
Infos per Email bei Gelsenzentrum e.V. - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen oder unter Telefon 0209 9994676.
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"Alles weiß ich noch... und das ist das Schlimme an der Geschichte"
Der 86-jährige Rolf Abrahamsohn aus Marl ist einer der wenigen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Was Rolf Abrahamsohn erzählt, ist spannend, ist aufregend, ist unglaublich - und leider wahr. Sichtlich zerrt die Erinnerung an seinen Kräften, wenn er von den Erlebnissen in der so genannten "Reichskristallnacht" berichtet oder von der Deportation am 27. Januar 1942 aus dem "Judensammellager" auf dem Gelsenkirchener Wildenbruchplatz in das Ghetto Riga. Als er vom gewaltsamen Tod seiner Mutter spricht, versagt dem alten Mann beinahe die Stimme. Abrahamsohn berichtet von seinem Leidensweg, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte, wo er schließlich befreit wurde. In Marl baute sich Rolf Abrahamsohn, dem am 17. November 2011 in Recklinghausen die Auszeichnung "Vestischer Ehrenbürger" verliehen wurde, nach seiner Rückkehr ein neues Leben auf. Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn am 27. Januar 2011 im Gauß-Gymnasium Gelsenkirchen. Eine Aufzeichnung von Jesse Krauß. (53 Min.)Einführung (Vortrag): Dr. Rolf Heinrich, Pfarrer i.R. 26. Januar 2012 ab 19:00 Uhr im Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 28 Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten. |
9. November 2011 - Jahrestag der Novemberpogrome 1938Auch in diesem Jahr finden an vielen Orten in Deutschland Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt, die in der so genannten “Reichskristallnacht” vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer der rassistisch motivierten Gewalttaten gegen Leib, Leben und Eigentum wurden - so auch in Gelsenkirchen.
In Gelsenkirchen beginnt die diesjährige - von der Demokratischen Initiative getragene - Veranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht um 18:30 Uhr am Südeingang des Gelsenkirchener Hauptbahnhofes in der Neustadt. Dort formiert sich ein Schweigezug, der zur Begegnungsstätte “Alter Betsaal” an der Von-der-Recke-Straße 9 zieht. Halt macht der Schweigezug an der Grasreinerstraße bzw. Klosterstraße, dort ist eine Kundgebung mit einer Rede von Oberbürgermeister Baranowski geplant.
Der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. ruft die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an den Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen demokratischer Organisation und Gruppierungen zur Erinnerung und zum Gedenken an die jüdischen Menschen auf, die 1938 in vielfältiger Form zu Opfern der Novemberpogrome wurden. “Wir müssen wachsam sein und uns entschlossen und gemeinsam gegen das Vergessen, gegen Extremismus, Rassismus, Antisemitismus und gegen Gewalt stellen - und das nicht nur am Jahrestag der Pogrome“, so Andreas Jordan, Vorsitzender des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte in Gelsenkirchen und Initiator des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen.
"In unserer Stadt erinnern 28 von 41 bisher verlegten Stolpersteinen an die Leidenswege und die Ermordung jüdischer Menschen durch das NS-Regime. Jeder dieser 28 Stolpersteine erinnert an einen Menschen, der auch von den Angriffen gegen Leib und Leben in der Pogromnacht betroffen war. Wir hätten uns gewünscht, dass die Stolpersteine mit in die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Gelsenkirchen einbezogen worden wären, führt doch die Wegstrecke des von der "Demokratischen Initiative" geplanten Schweigegangs auch an einigen Stolpersteinen vorbei" so Heike Jordan, ehrenamtliche Projektleiterin der Stolpersteine Gelsenkirchen, und weiter: "Warum die "Demokratische Initiative" die Stolpersteine nicht mit in das Gedenken am 9. November einbezieht, erschließt sich uns nicht."
Die Projektgruppe Stolpersteine ruft daher Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger auf, an den im Stadtgebiet verlegten Stolpersteinen am Abend des 9. November Kerzen aufzustellen und zu entzünden.
Presse- und Medienmitteilung der Projektgruppe Stolpersteine:
Gedenken am 9. November 2011
Druckbare Dokumentation:
Die Novemberpogrome 1938 in Gelsenkirchen
28. Oktober 2011 - Stolpersteine werden geputzt. Gedenkveranstaltung am AbendDie Projektgruppe Stolpersteine läd auch in diesem Jahr zur Putzaktion für die Stolpersteine ein. Die 41 bisher in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine sollen am 28. Oktober 2011 geputzt werden. Dieser Termin ist nicht willkürlich gewählt worden, denn mit der Putzaktion soll an die so genannte "Polenaktion" vom 28. Oktober 1938 erinnert werden. Mit einer Andacht findet die Putzaktion an den in der Kolpingstrasse verlegten Stolpersteinen am Abend Ihren Abschluss.
Mehr als 80 Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit allein aus Gelsenkirchen wurden am 28. Oktober vor 73 Jahren gewaltsam aus ihrem Alltag gerissen und mit Massentransporten an die polnische Grenze verschleppt. Deutschlandweit waren es über 17.0000 jüdischen Bürger, die von dieser Vertreibungsaktion betroffen waren. Diese Maßnahme des NS-Regimes gegenüber den so genannten "Ostjuden" stellte einen ersten Höhepunkt der physischen und staatlich organisierten Judenverfolgung dar und war der Auftakt zur geplanten Vernichtung der europäischen Juden.
Beteiligung von Schulklassen
Die Putzaktion stellt für Schulklassen eine pädogisch wertvolle Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der NS-Terrorherrschaft dar. Beteiligte Schülerinnen und Schüler finden so bereits im Vorfeld über die Biografien und Leidenswege der ermordeten Menschen einen ganz direkten Zugang zur lokalen NS-Geschichte. Für die Putzaktion 2011 sind Helferinnen und Helfer herzlich willkommen! Interessierte wenden sich bitte bis zum 15. Oktober 2011 an die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen unter Telefon: 0209-9994676 oder per Email an: "heike.jordan@gelsenzentrum.de".
11. September 2011 - Gedenken an jüdische ZwangsarbeiterinnenNur wenigen Gelsenkirchenern und Gelsenkirchenerinnen ist bekannt, dass in unserer Stadt im so genannten "Dritten Reich" ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald existierte. Das Lager befand sich auf dem Gelände der Gelsenberg Benzin AG (heute BP-Raffinerie) im Stadtteil Horst, nördlich des Linnenbrinksweg. Aus dem KZ Auschwitz hatte man 2000 Mädchen und Frauen nach Gelsenkirchen deportiert, die in dem Lager inhaftiert waren. Bei einem Luftangriff am 11. September 1944 auf die Gelsenberg Benzin AG wurden mindestens 150 der Mädchen und Frauen getötet. Ihnen war als Jüdinnen der Zutritt zu den Luftschutzräumen und Bunkern verboten. Mehr...
1. September 2011 - Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges 1939 - AntikriegstagAm 1. September vor 72 Jahren begann Nazideutschland mit dem Überfall auf Polen den II. Weltkrieg. Der faschistische Terror legte große Teile Europas in Schutt und Asche, auch Gelsenkirchen war bei Kriegsende eine Trümmerwüste. Mehr als 20.000 Menschen aus unserer Stadt bezahlten Naziherrschaft und Krieg mit ihrem Leben. Die Gelsenkirchener Friedensbewegung lädt zur Demonstration am 1. September ein: Mehr...
24. August 2011 - 67. Todestag: Gedenkveranstaltung Fritz RahkobGedenkveranstaltung des VVN/BdA Gelsenkirchen: In Erinnerung an den von den Nazis ermordeten Widerständler Fritz Rahkob. Mehr...
20. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in GelsenkirchenAm 20. August verlegt die Projektgruppe weitere Stolpersteine im Stadtgebiet. Mehr...
2. August 2011 - Internationaler Gedenktag der Sinti und RomaAm 2. August 1944 wurden die 2900 in Auschwitz-Birkenau verbliebenen Sinti und Roma auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Der vorangegangene Versuch, 6000 Sinti und Roma am 16. Mai 1944 in den Gaskammern umzubringen, scheiterte am Widerstand der Häftlinge. Daraufhin wurden alle noch arbeitsfähigen Lagerinsassen selektiert und in andere Konzentrationslager überführt. Zurück blieben Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Sie alle fanden in der Nacht zum 3. August den Tod in den Gaskammern in Auschwitz. Mehr...
1. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in GelsenkirchenIm August 2011 werden sie wieder in das Pflaster Gelsenkirchener Gehwege eingelassen - die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. 22 weitere Stolpersteine werden dann an im Nationalsozialismus verfolgte und ermordete Menschen aus Gelsenkirchen erinnern. Am Montag, den 1. August verlegt Gunter Demnig ab 14 Uhr an zehn Orten in Gelsenkirchen insgesamt 18 Stolpersteine, 4 Stolpersteine verlegt die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen Ende August in Eigenregie. Mehr...
22. Juni 2011 - Erinnerung: 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die SowjetunionMit einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion erinnern wir an den systematischen Völkermord und das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg den Angehörigen der Sowjetrepubliken zugefügt haben. Wir erinnern an die über 1000 Menschen, die zwischen 1941-1945 aus den Republiken der Sowjetunion verschleppt und hier in Gelsenkirchen durch Gewalt, Hunger und Krankheit zu Tode kamen. Mehr...
9. Mai 2011 - Tag des SiegesWie auch in den Jahren zuvor wird der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum in Gelsenkirchen mit der Niederlegung von Blumen den Toten Angehörigen der ehemaligen Sowjetunion am 9. Mai 2011, dem Tag des Sieges über Hitlerdeutschland, ein ehrendes Andenken bewahren. Mehr...
8. Mai 2011 - Mahnwache am 66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus Der 8. Mai 1945 markiert die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und das Ende des von Deutschland entfachten Weltkrieges, der über 55 Millionen Menschenleben kostete. Dieser 8. Mai steht auch symbolisch für die Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager, die dem deutschen Rassen- und Vernichtungswahn entkommen konnten. Mehr...
1./2 Mai 2011 - Yom Hashoa 2011 - Holocaust Remembrance DayIn Gelsenkirchen gedenkt der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum am Abend des 1. Mai 2011 der Opfer des Holocaust. Am damaligen Standort der Gelsenkirchener Ausstellungshalle, in der NS-Zeit so genanntes "Judensammellager" ,werden sechs Lichter entzündet und Blumen niedergelegt. Mehr...
4. April 2011 - Kundgebung gegen die rechte "Pro NRW": Wehret den Anfängen!Mit ihrer als "Deutsch-Israelischen Konferenz" bezeichneten Veranstaltung am 4. April 2011 im Schloss Horst schürt die ultrareaktionäre "Pro NRW" weiter Vorbehalte gegen Muslime. "Pro NRW" bewegt sich dabei hart an der Grenze zur Volksverhetzung und versucht erneut, Deutsche und Migranten zu spalten. Mehr...
13. März 2011 - Kundgebung: Gegen Alltagsrassismus und RechtsextremismusDie Kundgebung findet von 11-13 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz (gegenüber Schloss Horst) in Gelsenkirchen statt. GELSENZENTRUM und AUF Gelsenkirchen zeigen in einer antifaschistischen Aktionseinheit gemeinsam Flagge gegen Rechtspopulismus, Alltagsrassismus und Rechtsextremismus. Geplant sind Rede- und Kulturbeiträge. Mehr...
27. Januar 2011 - Internationaler Holocaustgedenktag Dieser Tag des Gedenkens erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus. In Gelsenkirchen markiert dieses Datum auch den Jahrestag der Deportation von etwa 350 Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 nach Riga. Nur einige wenige der verschleppten Menschen überlebten die Vernichtungsmaschinerie.
Das gemeinsame Gedenken in Gelsenkirchen beginnt am Morgen des 27. Januar 2011, dem Internationalen Holocaustgedenktag mit dem Vortrag eines jüdischen Zeitzeugen. Der Holocaust-Überlebende Rolf Abrahamsohn spricht im Carl-Friederich-Gauß-Gymnasium auf Einladung von Gelsenzentrum vor Schülern über seine Erfahrungen in den Konzentrationslagern der NS-Zeit. Mehr...
16. Dezember 2010 - Gedenkveranstaltung: "O pharipe meg dschil ... Das Leid lebt noch..."Den aus rasseideologischen Gründen in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Angehörigen des Volkes der Sinti und Roma aus Gelsenkirchen zum Gedenken. Mehr...
4. Dezember 2010 - Protestaktion in GelsenkirchenDen Überlebenden der "Reichsbahn"-Deportationen muss Gerechtigkeit widerfahren. Mehr...
4. November 2010 - AutorenlesungDieter Ebels liest aus seinem Buch "Helene - Eine Kriegskindheit". Mehr...
28. Oktober 2010 - Erinnerung an die so genannte "Polen-Aktion" 1938Abschiebung von mehr als 18.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger polnischer Staatsangehörigkeit am 28. Oktober 1938 aus Deutschland. In Gelsenkirchen waren mehr als 80 Jüdinnen und Juden jeden Alters von der Abschiebeaktion betroffen.
Mit einer Putzaktion der besonderen Art erinnerte die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen an die mehr als 80 jüdischen Bürger mit polnischer Staatsangehörigkeit, die von Gelsenkirchen im Rahmen der so genannten "Polenaktion". Mit Ablauf des 28. Oktober wurden alle im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine vom Reinigungstrupp des Arbeitskreises wieder auf Hochglanz gebracht.
Die Putzaktion fand mit einer Andacht vor dem Haus an der Markenstraße 19 im Ortsteil Horst ihren Abschluss. Dort erinnern die Inschriften auf zwei Stolpersteine an das Ehepaar Simon und Frieda Neudorf. Mutter Neudorf und ihr Sohn Herman waren 1938 ebenfalls von der Ausweisung nach Zbaszyn betroffen. Herman Neudorf kehrte 1945 aus dem KZ Buchenwald zurück. Mehr...
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