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Veranstaltungen: Gedenken und Erinnern

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Termin 27. Januar 2012 - Gelsenkirchen erinnert sich - Gelsenkirchener Lichter 30. März 2012 - "Zwei Lieben". Lesung mit Rainer Vollath in der "flora" Gelsenkirchen

Zwei Lieben - von Rainer Vollath

Autor Dr. Rainer Vollath

Am Freitag, dem 30. März 2012 liest der Autor Rainer Vollath um 19 Uhr im Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 26, aus seinem zeitgeschichtlichen Roman "Zwei Lieben". Begrüßung und einleitendes Referat: Markus Chmielorz und Jürgen Wenke.

"Zwei Lieben" - Sachsenhausen, Flossenbürg, Berlin Nollendorfplatz – die Lebensstationen eines bewegten Lebens, einer bewegenden Geschichte

In seinem Buch "Zwei Lieben" hat sich Rainer Vollath einem verdrängten Kapitel deutscher Geschichte gewidmet: Berlin 1938. Der 28-jährige Fritz wird im Berliner Tiergarten von der Gestapo ertappt, verhaftet und ins KZ gebracht. Sieben Jahre verbringt er in Sachsenhausen und Flossenbürg. Was ihm beim Überleben hilft, ist seine Liebe zu dem jungen Häftling Jan aus Warschau. Bei Kriegsende trennen sich jedoch ihre Wege für immer.

Zwei Lieben

Aus Angst vor Repressalien führt Fritz nach dem Krieg in Berlin jahrzehntelang ein Doppelleben und traut sich nicht, zu seinem Schwulsein zu stehen. Doch dann wird 1969 der Paragraph 175 entschärft, ein frischer Wind weht in der Metropole. Fritz versucht, eine Entschädigung für die im KZ erlittenen Qualen zu bekommen – und er lernt Will kennen. Rainer Vollath erzählt in sich zeitlich abwechselnden Kapiteln den Überlebenskampf im KZ und das Aufkeimen der Schwulenbewegung in der Berliner Nachkriegszeit. In klarer, nüchterner Sprache zeichnet er das Leben eines Mannes nach, der es trotz seiner – aus einer bedrückenden Vergangenheit herrührenden – Ängste schafft, ein Selbstbewusstsein als schwuler Mann zu entwickeln und sich seinen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen.

Möglich wurde diese Lesung durch eine Kooperation des Vereins Rosa Strippe, der in Bochum die zweitgrößte psychosoziale Beratungsstelle für Lesben, Schwule und deren Angehörge in NRW betreibt und der Projektgruppe STOLPERSTEINE des Gelsenzentrum e.V. in Gelsenkirchen. Beide Initiativen widmen sich schon seit langem der Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus. Auf Initiative der Rosa Strippe e.V. hat der Künstler Gunter Demnig im Februar in Dortmund einen weiteren Stolperstein für ein schwules Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Im Herbst verlegt Demnig in Gelsenkirchen einen Stolperstein für den im KZ wegen seiner Homosexualität zu Tode geschundenen Arthur Hermann, auch hier hat die Rosa Strippe die Patenschaft übernommen. Die Recherchen für diese beiden Stolpersteine stammen von Jürgen Wenke, der seit langem die Lebensgeschichten schwuler Männer während der NS-Zeit erforscht.


"Uns haben sie einfach vergessen..." - schwule Männer als Opfer des NS-Terrors


Lange blieb das Schicksal schwuler Männer und deren Verfolgung in der Zeit zwischen 1933 und 1945 im Verborgenen. Schätzungsweise 10.000 - 15.000 schwule Männer wurden zwischen 1934 und 1945 in die KZ eigesperrt, die wenigsten haben den faschistischen Terror überlebt. Für die Überlebenden ging die Verfolgung in der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit fast nahtlos weiter. Wenn einer der wenigen Überlebenden wieder „straffällig“ im Sinne des § 175 wurde, bezog die bundesdeutsche Justiz die Verurteilung aus der NS-Zeit strafverschärfend mit ein, denn der Angeklagte galt ja als unverbesserlicher Wiederholungstäter, hatte doch der § 175 in der NS-Fassung noch bis 1969 Gültigkeit. Endgültig aus dem bundesdeutschen Strafgesetzbuch gestrichen wurde der § 175 erst im Jahr 1994.

Der Eintritt zur Lesung ist frei, um eine Spende für das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen wird gebeten.

→ Download Pressemitteilung der Rosa Strippe (PDF)

Cover- und Autorenfoto mit freundlicher Genehmigung des Querverlag, Berlin

Termin 27. Januar 2012 - Gelsenkirchen erinnert sich - Gelsenkirchener Lichter 20. - 27. Januar 2012 - Woche der Erinnerung - Gelsenkirchener Lichter

Die Ausstellungshallen am Wildenbruchplatz in Gelsenkirchen dienten den Nazis im Januar 1942 als so genanntes 'Judensammellager'Die Ausstellungshallen am Wildenbruchplatz in Gelsenkirchen dienten den Nazis im Januar 1942 als so genanntes "Judensammellager"

Der Internationale Holocaust-Gedenktag, der am 27. Januar europaweit begangen wird, erinnert an alle Menschen, die Opfer des national-sozialistischen Rassen- und Größenwahns geworden sind.

An diesem Tag wurden auch die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Allein in der Mordfabrik Auschwitz starben etwa 1,5 Millionen Menschen auf grausamste Weise. Auschwitz, der deutsche Name eines kleinen Ortes in Südpolen, ist weltweit zum Synonym für den NS-Völkermord geworden. Im Januar findet in Gelsenkirchen vom 20. - 27. Januar 2012 eine "Woche der Erinnerung" statt. Die Gedenkwoche erinnert an den 70. Jahrestag der berüchtigten "Wannseekonferenz" am 20. Januar 1942 und den 70. Jahrestag des größten Deportationstransportes von Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen am 27. Januar 1942.

→ Zeitzeugen berichten von der Deportation (PDF)

Ihren Abschluss findet die „Woche der Erinnerung“ mit einer Gedenkveranstaltung am 27. Januar - dem Internationalen Holocaust-Gedenktag - in der Gelsenkirchener Innenstadt, Beginn 18:30 Uhr mit dem Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz. Der sich anschließende Schweigegang führt über die Bahnhofstraße zum Neumarkt. Dort sind neben dem Aufstellen und Entzünden der "Gelsenkirchener Lichter" auch Redebeiträge geplant, es sprechen u.a. Roman Franz (Landesverband der Sinti und Roma NRW), Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas) und Marianne Konze (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes). Der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. lädt herzlich ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

→ Download Veranstaltungsflyer "Woche der Erinnerung" (PDF)


Die Veranstaltung des Instituts für Stadtgeschichte und der Jüdischen Gemeinde beginnt am 27. Januar 2012 bereits um 15.30 Uhr im Gemeindesaal in der Synagoge Gelsenkirchen.

→ Download Pogrammablauf ISG und Gemeinde (PDF)


Sinti und Roma - Verfolgt – Entrechtet – Ermordet

Vom Zwangs-Lagerplatz an der Reginenstraße/Ostpreußenstraße wurden die Gelsenkirchener Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz verschlepptVom Zwangslagerplatz an der Reginenstraße (Nähe heutige Ostpreußenstraße) wurden die Gelsenkirchener Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort ermordet

Auch die Volksgruppen der Sinti und Roma ("Zigeuner") wurden im Dritten Reich als "rassisch minderwertig" eingestuft. Annähernd 30.000 deutsche Sinti und Roma sind dem Rassenwahn zum Opfer gefallen, europaweit wird von 220.000 bis zu 500.000 Opfern des Genozid in dieser Volksgruppe ausgegangen, ein Großteil von ihnen Kinder und Jugendliche.

"Hartnäckig hält sich bis heute die Legende, die Sinti und Roma seien irgendwie zufällig mit in die Mordaktion geraten. Das stimmt nicht. Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden."

(Der frühere Bundespräsident Roman Herzog bei der Eröffnung des Dokumentation- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma am 16. März 1997 in Heidelberg)

→ Online-Ausstellung: Das kurze Leben des Gelsenkirchener Sintimädchens Rosa Böhmer

Gedenken zum 70. Jahrestag der Deportation nach Riga

In Gelsenkirchen verließ am 27. Januar 1942 der erste und größte "Judensammeltransport" die Stadt. Über 500 jüdische Menschen aus Gelsenkirchen und Umgebung wurden an diesem Tag mit der Deutschen Reichsbahn zunächst in das Ghetto Riga verschleppt. Nur die wenigsten der Menschen überlebten Transport, Ghettos und Konzentrationslager.

Zu den Zielsetzungen der "Woche der Erinnerung" gehören:

  • die Förderung von Empathie mit den Opfern und die Bewahrung deren Andenkens;
  • die Stärkung des Bewusstseins dafür, wie wichtig die Erinnerung an Überlebende, Opfer, Retter und Befreier ist;
  • die Einsicht, dass der Holocaust ein Verlust sowohl für die Menschheit wie für die direkt betroffenen Länder war;
  • die Erzeugung eines tieferen Verständnisses für die Vergangenheit und eines erhöhten Bewusstseins für lokale, regionale und nationale Bezüge;
  • die Sensibilisierung für die Gefahren, die von radikalen, extremistischen Bewegungen und totalitären Regimes ausgehen, für neue Formen des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und alle Formen von Hass und für die Existenz von Völkermorden sowie deren stärkere Thematisierung;
  • die Förderung des Schutzes der Menschenrechte, insbesondere gegenüber Minderheiten, kritischen Denkens und intellektueller Neugier sowie der Eigenverantwortung als demokratische Bürger.

Vertreter interessierter Organisationen, Schulen, Gliederungen, Vereine oder Verbände sind zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten der "Woche der Erinnerung" aufgerufen. Organisiert z.B. Workshops, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen, Zeremonien, Verlesen von Namen - seid kreativ!

Infos per Email bei Gelsenzentrum e.V. - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen oder unter Telefon 0209 9994676.

Filmvorführungen in der "flora"

Nacht und Nebel

Nacht Und Nebel. Alain Resnais, Frankreich 1955Nacht Und Nebel. Alain Resnais, Frankreich 1955

Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955, 10 Jahre nach der Auflösung der Konzentrationslager, unter der Regie von Alain Resnais der Film "Nacht und Nebel". Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der "Endlösung". Dabei verbinden sich einprägsame Bilder mit der Musik Hanns Eislers und der künstlerischen Ausdruckskraft der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan (für die deutsche Bearbeitung), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität.

Regie Alain Resnais, Frankreich 1955 (32 Min.) Deutsche Fassung. FSK: 12 Jahre

Einführung (Vortrag): Hartmut Hering

19. Januar 2012 ab 19:00 Uhr Kulturzentrum "die flora"   in Gelsenkirchen, Florastraße 28

Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

 

"Alles weiß ich noch... und das ist das Schlimme an der Geschichte"

Rolf Abrahamsohn im Carl-Friederich-Gauß-Gymnasium in Gelsenkirchen

Rolf Abrahamsohn (86) aus Marl wurde in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Als Jugendlicher musste er die unermessliche Brutalität und abgrundtiefe Menschen-verachtung des Nazi-Regimes auf mannigfache Weise miterleben. Foto: Gelsenzentrum

Der 86-jährige Rolf Abrahamsohn aus Marl ist einer der wenigen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Was Rolf Abrahamsohn erzählt, ist spannend, ist aufregend, ist unglaublich - und leider wahr. Sichtlich zerrt die Erinnerung an seinen Kräften, wenn er von den Erlebnissen in der so genannten "Reichskristallnacht" berichtet oder von der Deportation am 27. Januar 1942 aus dem "Judensammellager" auf dem Gelsenkirchener Wildenbruchplatz in das Ghetto Riga. Als er vom gewaltsamen Tod seiner Mutter spricht, versagt dem alten Mann beinahe die Stimme. Abrahamsohn berichtet von seinem Leidensweg, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte, wo er schließlich befreit wurde. In Marl baute sich Rolf Abrahamsohn, dem am 17. November 2011 in Recklinghausen die Auszeichnung "Vestischer Ehrenbürger" verliehen wurde, nach seiner Rückkehr ein neues Leben auf.

Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn am 27. Januar 2011 im Gauß-Gymnasium Gelsenkirchen. Eine Aufzeichnung von Jesse Krauß. (53 Min.)

Einführung (Vortrag): Dr. Rolf Heinrich, Pfarrer i.R.

26. Januar 2012 ab 19:00 Uhr im Kulturzentrum "die flora"   in Gelsenkirchen, Florastraße 28

Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

 

9. November 2011 - Jahrestag der Novemberpogrome 1938 9. November 2011 - Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Auch in diesem Jahr finden an vielen Orten in Deutschland Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt, die in der so genannten “Reichskristallnacht” vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer der rassistisch motivierten Gewalttaten gegen Leib, Leben und Eigentum wurden - so auch in Gelsenkirchen.

In Gelsenkirchen beginnt die diesjährige - von der Demokratischen Initiative getragene - Veranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht um 18:30 Uhr am Südeingang des Gelsenkirchener Hauptbahnhofes in der Neustadt. Dort formiert sich ein Schweigezug, der zur Begegnungsstätte “Alter Betsaal” an der Von-der-Recke-Straße 9 zieht. Halt macht der Schweigezug an der Grasreinerstraße bzw. Klosterstraße, dort ist eine Kundgebung mit einer Rede von Oberbürgermeister Baranowski geplant.

Der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. ruft die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an den Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen demokratischer Organisation und Gruppierungen zur Erinnerung und zum Gedenken an die jüdischen Menschen auf, die 1938 in vielfältiger Form zu Opfern der Novemberpogrome wurden. “Wir müssen wachsam sein und uns entschlossen und gemeinsam gegen das Vergessen, gegen Extremismus, Rassismus, Antisemitismus und gegen Gewalt stellen - und das nicht nur am Jahrestag der Pogrome“, so Andreas Jordan, Vorsitzender des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte in Gelsenkirchen und Initiator des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen.

"In unserer Stadt erinnern 28 von 41 bisher verlegten Stolpersteinen an die Leidenswege und die Ermordung jüdischer Menschen durch das NS-Regime. Jeder dieser 28 Stolpersteine erinnert an einen Menschen, der auch von den Angriffen gegen Leib und Leben in der Pogromnacht betroffen war. Wir hätten uns gewünscht, dass die Stolpersteine mit in die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Gelsenkirchen einbezogen worden wären, führt doch die Wegstrecke des von der "Demokratischen Initiative" geplanten Schweigegangs auch an einigen Stolpersteinen vorbei" so Heike Jordan, ehrenamtliche Projektleiterin der Stolpersteine Gelsenkirchen, und weiter: "Warum die "Demokratische Initiative" die Stolpersteine nicht mit in das Gedenken am 9. November einbezieht, erschließt sich uns nicht."

Die Projektgruppe Stolpersteine ruft daher Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger auf, an den im Stadtgebiet verlegten Stolpersteinen am Abend des 9. November Kerzen aufzustellen und zu entzünden.

Presse- und Medienmitteilung der Projektgruppe Stolpersteine: Gedenken am 9. November 2011

Druckbare Dokumentation: Die Novemberpogrome 1938 in Gelsenkirchen

28. Oktober 2011 - Stolpersteine werden geputzt 28. Oktober 2011 - Stolpersteine werden geputzt. Gedenkveranstaltung am Abend

Die Projektgruppe Stolpersteine läd auch in diesem Jahr zur Putzaktion für die Stolpersteine ein. Die 41 bisher in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine sollen am 28. Oktober 2011 geputzt werden. Dieser Termin ist nicht willkürlich gewählt worden, denn mit der Putzaktion soll an die so genannte "Polenaktion" vom 28. Oktober 1938 erinnert werden. Mit einer Andacht findet die Putzaktion an den in der Kolpingstrasse verlegten Stolpersteinen am Abend Ihren Abschluss.
Mehr als 80 Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit allein aus Gelsenkirchen wurden am 28. Oktober vor 73 Jahren gewaltsam aus ihrem Alltag gerissen und mit Massentransporten an die polnische Grenze verschleppt. Deutschlandweit waren es über 17.0000 jüdischen Bürger, die von dieser Vertreibungsaktion betroffen waren. Diese Maßnahme des NS-Regimes gegenüber den so genannten "Ostjuden" stellte einen ersten Höhepunkt der physischen und staatlich organisierten Judenverfolgung dar und war der Auftakt zur geplanten Vernichtung der europäischen Juden.

Beteiligung von Schulklassen

Die Putzaktion stellt für Schulklassen eine pädogisch wertvolle Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der NS-Terrorherrschaft dar. Beteiligte Schülerinnen und Schüler finden so bereits im Vorfeld über die Biografien und Leidenswege der ermordeten Menschen einen ganz direkten Zugang zur lokalen NS-Geschichte. Für die Putzaktion 2011 sind Helferinnen und Helfer herzlich willkommen! Interessierte wenden sich bitte bis zum 15. Oktober 2011 an die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen unter Telefon: 0209-9994676 oder per Email an: "heike.jordan@gelsenzentrum.de".

11. September 2011 - Gedenken an jüdische Zwangsarbeiterinnen 11. September 2011 - Gedenken an jüdische Zwangsarbeiterinnen

Nur wenigen Gelsenkirchenern und Gelsenkirchenerinnen ist bekannt, dass in unserer Stadt im so genannten "Dritten Reich" ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald existierte. Das Lager befand sich auf dem Gelände der Gelsenberg Benzin AG (heute BP-Raffinerie) im Stadtteil Horst, nördlich des Linnenbrinksweg. Aus dem KZ Auschwitz hatte man 2000 Mädchen und Frauen nach Gelsenkirchen deportiert, die in dem Lager inhaftiert waren. Bei einem Luftangriff am 11. September 1944 auf die Gelsenberg Benzin AG wurden mindestens 150 der Mädchen und Frauen getötet. Ihnen war als Jüdinnen der Zutritt zu den Luftschutzräumen und Bunkern verboten.   Mehr...

1. September 2011 - Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges 1939 - Antikriegstag 1. September 2011 - Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges 1939 - Antikriegstag

Am 1. September vor 72 Jahren begann Nazideutschland mit dem Überfall auf Polen den II. Weltkrieg. Der faschistische Terror legte große Teile Europas in Schutt und Asche, auch Gelsenkirchen war bei Kriegsende eine Trümmerwüste. Mehr als 20.000 Menschen aus unserer Stadt bezahlten Naziherrschaft und Krieg mit ihrem Leben. Die Gelsenkirchener Friedensbewegung lädt zur Demonstration am 1. September ein:   Mehr...

24. August 2011 - 67. Todestag: Gedenkveranstaltung Fritz Rahkob 24. August 2011 - 67. Todestag: Gedenkveranstaltung Fritz Rahkob

Gedenkveranstaltung des VVN/BdA Gelsenkirchen: In Erinnerung an den von den Nazis ermordeten Widerständler Fritz Rahkob.   Mehr...

20. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen 20. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen

Am 20. August verlegt die Projektgruppe weitere Stolpersteine im Stadtgebiet.   Mehr...

2. August 2011 - Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma 2. August 2011 - Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma

Am 2. August 1944 wurden die 2900 in Auschwitz-Birkenau verbliebenen Sinti und Roma auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Der vorangegangene Versuch, 6000 Sinti und Roma am 16. Mai 1944 in den Gaskammern umzubringen, scheiterte am Widerstand der Häftlinge. Daraufhin wurden alle noch arbeitsfähigen Lagerinsassen selektiert und in andere Konzentrationslager überführt. Zurück blieben Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Sie alle fanden in der Nacht zum 3. August den Tod in den Gaskammern in Auschwitz.   Mehr...

1. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen 1. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen

Im August 2011 werden sie wieder in das Pflaster Gelsenkirchener Gehwege eingelassen - die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. 22 weitere Stolpersteine werden dann an im Nationalsozialismus verfolgte und ermordete Menschen aus Gelsenkirchen erinnern. Am Montag, den 1. August verlegt Gunter Demnig ab 14 Uhr an zehn Orten in Gelsenkirchen insgesamt 18 Stolpersteine, 4 Stolpersteine verlegt die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen Ende August in Eigenregie.   Mehr...

22. Juni 2011 - Erinnerung: 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion 22. Juni 2011 - Erinnerung: 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion

Mit einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion erinnern wir an den systematischen Völkermord und das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg den Angehörigen der Sowjetrepubliken zugefügt haben. Wir erinnern an die über 1000 Menschen, die zwischen 1941-1945 aus den Republiken der Sowjetunion verschleppt und hier in Gelsenkirchen durch Gewalt, Hunger und Krankheit zu Tode kamen.   Mehr...

9. Mai 2011 - Tag des Sieges 9. Mai 2011 - Tag des Sieges

Wie auch in den Jahren zuvor wird der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum in Gelsenkirchen mit der Niederlegung von Blumen den Toten Angehörigen der ehemaligen Sowjetunion am 9. Mai 2011, dem Tag des Sieges über Hitlerdeutschland, ein ehrendes Andenken bewahren.   Mehr...

8. Mai 2011 - Mahnwache am 66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus 8. Mai 2011 - Mahnwache am 66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus

Der 8. Mai 1945 markiert die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und das Ende des von Deutschland entfachten Weltkrieges, der über 55 Millionen Menschenleben kostete. Dieser 8. Mai steht auch symbolisch für die Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager, die dem deutschen Rassen- und Vernichtungswahn entkommen konnten.   Mehr...

1./2 Mai 2011 - Yom Hashoa 2011 - Holocaust Remembrance Day 1./2 Mai 2011 - Yom Hashoa 2011 - Holocaust Remembrance Day

In Gelsenkirchen gedenkt der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum am Abend des 1. Mai 2011 der Opfer des Holocaust. Am damaligen Standort der Gelsenkirchener Ausstellungshalle, in der NS-Zeit so genanntes "Judensammellager" ,werden sechs Lichter entzündet und Blumen niedergelegt.   Mehr...

4. April 2011 - Kundgebung gegen die rechtspopulistische 4. April 2011 - Kundgebung gegen die rechte "Pro NRW": Wehret den Anfängen!

Mit ihrer als "Deutsch-Israelischen Konferenz" bezeichneten Veranstaltung am 4. April 2011 im Schloss Horst schürt die ultrareaktionäre "Pro NRW" weiter Vorbehalte gegen Muslime. "Pro NRW" bewegt sich dabei hart an der Grenze zur Volksverhetzung und versucht erneut, Deutsche und Migranten zu spalten.   Mehr...

13. März 2011 - Kundgebung: Gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus 13. März 2011 - Kundgebung: Gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus

Die Kundgebung findet von 11-13 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz (gegenüber Schloss Horst) in Gelsenkirchen statt. GELSENZENTRUM und AUF Gelsenkirchen zeigen in einer antifaschistischen Aktionseinheit gemeinsam Flagge gegen Rechtspopulismus, Alltagsrassismus und Rechtsextremismus. Geplant sind Rede- und Kulturbeiträge.   Mehr...

27. Januar 2011 - Internationaler Holocaustgedenktag 27. Januar 2011 - Internationaler Holocaustgedenktag

Dieser Tag des Gedenkens erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus. In Gelsenkirchen markiert dieses Datum auch den Jahrestag der Deportation von etwa 350 Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 nach Riga. Nur einige wenige der verschleppten Menschen überlebten die Vernichtungsmaschinerie.

Das gemeinsame Gedenken in Gelsenkirchen beginnt am Morgen des 27. Januar 2011, dem Internationalen Holocaustgedenktag mit dem Vortrag eines jüdischen Zeitzeugen. Der Holocaust-Überlebende Rolf Abrahamsohn spricht im Carl-Friederich-Gauß-Gymnasium auf Einladung von Gelsenzentrum vor Schülern über seine Erfahrungen in den Konzentrationslagern der NS-Zeit.   Mehr...

16. Dezember 2010 - Gedenkveranstaltung: O pharipe meg dschil ... Das Leid lebt noch... 16. Dezember 2010 - Gedenkveranstaltung: "O pharipe meg dschil ... Das Leid lebt noch..."

Den aus rasseideologischen Gründen in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Angehörigen des Volkes der Sinti und Roma aus Gelsenkirchen zum Gedenken.   Mehr...

4. Dezember 2010 - Protestaktion in Gelsenkirchen 4. Dezember 2010 - Protestaktion in Gelsenkirchen

Den Überlebenden der "Reichsbahn"-Deportationen muss Gerechtigkeit widerfahren.   Mehr...

Dieter Ebels liest aus seinem Buch 4. November 2010 - Autorenlesung

Dieter Ebels liest aus seinem Buch "Helene - Eine Kriegskindheit".   Mehr...

28. Oktober 2010 - Erinnerung an die so genannte 28. Oktober 2010 - Erinnerung an die so genannte "Polen-Aktion" 1938

Abschiebung von mehr als 18.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger polnischer Staatsangehörigkeit am 28. Oktober 1938 aus Deutschland. In Gelsenkirchen waren mehr als 80 Jüdinnen und Juden jeden Alters von der Abschiebeaktion betroffen.

Mit einer Putzaktion der besonderen Art erinnerte die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen an die mehr als 80 jüdischen Bürger mit polnischer Staatsangehörigkeit, die von Gelsenkirchen im Rahmen der so genannten "Polenaktion". Mit Ablauf des 28. Oktober wurden alle im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine vom Reinigungstrupp des Arbeitskreises wieder auf Hochglanz gebracht.

Die Putzaktion fand mit einer Andacht vor dem Haus an der Markenstraße 19 im Ortsteil Horst ihren Abschluss. Dort erinnern die Inschriften auf zwei Stolpersteine an das Ehepaar Simon und Frieda Neudorf. Mutter Neudorf und ihr Sohn Herman waren 1938 ebenfalls von der Ausweisung nach Zbaszyn betroffen. Herman Neudorf kehrte 1945 aus dem KZ Buchenwald zurück.   Mehr...


Email an Andreas Jordan schreiben Andreas Jordan, August 2011. Gelsenzentrum - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen