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Termine & Veranstaltungen: Gedenken und Erinnern

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Unter verbranntem Himmel. Autorenlesung mit Greta Sykes   Mittwoch, 22. Februar 2017: Unter verbranntem Himmel. Lesung mit Greta Sykes 

Unter verbranntem Himmel. Frauenschicksale

Am Mittwoch, 22. Februar 2017 liest Autorin Greta Sykes ab 19.30 Uhr im Kulturraum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 26, aus ihrem Roman "Unter verbranntem Himmel". Eintritt frei.

2015 erschien Greta Sykes erster Roman, zunächst in einer englischen Fassung "Under Charred Skies", 2016 erschien die deutsche Übersetzung "Unter verbranntem Himmel". Die Autorin beleuchtet darin Facetten des zeitgenössischen Lebens, Kreativität, Kultur und den Widerstand einfacher Menschen in der Weimarer Republik und der aufkommenden NS-Zeit.

Eingebettet in die Familienerzählung von Lene, ihren Geschwistern und Eltern sowie ihren Freunden erleben wir mit ihnen die Erregungen und Tragödien der Zeit, als ob wir in ihnen selbst lebten. Wir treffen viele berühmte Schriftsteller und Sozialisten der damaligen Zeit, wie beispielsweise Paul Loebe, Gertrud Bäumer, Berta von Suttner, Margarethe und Alfred Zingler, den Maler Karl Schwesig, Ernst Eck und Erich Lange.

Greta Sykes

Greta Sykes, Jahrgang 1944, in Deutschland geboren und aufgewachsen, ging in den 60er Jahren nach London, wo sie studierte und seitdem im akademischen Bereich tätig ist. Als Mitglied der British Psychological Society war sie lange Zeit Repräsentantin für internationale Zusammenarbeit und Redakteurin des Nachrichtenblattes debate. Sie arbeitet als Dozentin am Institut of Education der London University. Seit einigen Jahren engagiert sie sich im Vorstand der Socialist History Society, deren President einst Eric Hobsbawm war. Greta Sykes gehört der Dichtergruppe London Voices an.

"Gelsenkirchen, insbesondere Rotthausen, war für mich als Kind wunderbar. Ich kam in den Ferien aus Hamburg, meine Tante und meinen Onkel Deppermann zu besuchen. Sie hatten eine Bäckerei in der Karl-Meyer-Straße 61 und ich durfte im Geschäft helfen. Nachts schlief ich im Wohnzimmer und schaute immer den Wägelchen mit der Kohle zu, die mit der Seilbahn durch die Luft reisten. Ich lernte die Geschichten meiner Mutter kennen, die eigentlich eher unterhaltsam und friedlich waren und von der Familie handelten. Erst später wurde mir klar, was alle durchgemacht hatten und wovon man damals nie sprach. Ich konnte lange nicht verstehen, wie es dazu kommen konnte, dass so eine starke Arbeiterbewegung und so eine hochentwickelte Kulturlandschaft so einfach von faschistischen Banden zerstört werden konnte. Durch meine Forschungen für das Buch, die ich u.a. im Institut für Stadtgeschichte und im Stadtteilarchiv Rotthausen machte, wurde mir klar, wie sehr diese Banden von Banken und Industriellen unterstützt wurden, sonst hätten die Nazis nie so viel Unheil anrichten können" sagt Greta Sykes.

Veranstalter: Gelsenzentrum e.V., Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen


Antifaschistischer Stadtspaziergang   Samstag, 13. September 2014: Nächster Halt: Stolperstein" 

Die Ausstellungshalle an der Wildenbruchstrasse in Gelsenkirchen

Am damaligen Standort des so genannten "Judensammellagers" am Wildenbruchplatz beginnt der begleitete Spaziergang entlang von Stolpersteinen im Bereich Neu- bzw. Altstadt und endet nach etwa 2,5 Stunden am alten Jüdischen Betsaal, Von-Der-Recke-Straße. Treffpunkt: 13. September 2014, 14 Uhr am Wildenbruchplatz 2 (Polizeiwache), 45888 Gelsenkirchen. Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten unter (0209) 9994676. Leitung: Andreas Jordan, Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen.

Veranstalter: Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen in Kooperation mit DIE LINKE. Kreisvereinigung Gelsenkirchen.


Briefe aus der Deportation   Donnerstag, 20. Februar 2014: Ein Film von Pierre Dietz - Briefe aus der Deportation 

Briefe aus der Deportation. Französicher Widerstand und der Weg nach Auschwitz

Der Film zeichnet den Weg des französischen Arbeiters William Letourneur nach, der 1943 von einem Nachbar denunziert von der Gestapo in Maromme, einem Vorort von Rouen, verhaftet und über Compiègne nach Buchenwald deportiert wurde. Weitere Stationen waren Konzentrationslager in Lublin und Auschwitz. Während dieser Zeit hielt er über heimliche und offizielle Briefe Kontakt zu seiner Frau, die ihm alles schickte, was sie entbehren konnte. In Auschwitz wurde er stumm. Nur Krankenblätter sind Zeugnisse aus dieser Zeit. Briefe aus der Deportation ist auch als Buch erschienen.

Filmvorführung im Kulturraum "flora", Gelsen-kirchen, Florastraße 26 für Schülerinnen und Schüler: 10:00 Uhr, Voranmeldung von Klassen erforderlich. Abendvorführung 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei

VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kreisvereinigung Gelsenkirchen) Kulturraum 'die flora' Gelsenkirchen Veranstalter: Gelsen-zentrum e.V. in Kooperation mit der VVN-BdA, Kreis-vereinigung Gelsen-kirchen. Info: (0209) 9994676

Foto: © Contrabasta Filmstudio/Pierre Dietz. "Briefe aus der Deportation", Dokumentarfilm © 2012, Länge 60 Mimuten. Der Film wird von der Landesmedienanstalt Baden-Württemberg für den Unterricht empfohlen. (LEHR-Programm gem. §14 JuSchG)


Internationaler Holocaust-Gedenktag... Montag, 27. Januar 2014, Holocaust-Gedenktag 

Internationaler Holocaust-Gedenktag: Gelsenkirchener Lichter 2014

Der 27. Januar wurde 2005 von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Das KZ Auschwitz steht symbolhaft für die Millionen Opfer des Nazi-Regimes.

Dieser Tag erinnert an die Mordopfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus, an Menschen, die nach der verbrecherischen Weltanschauung der Nazis nicht in das vorgegebene Bild einer "arischen Volksgemeinschaft" passten: Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Handicap, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, so genannte "Asoziale", Zeugen Jehovas, Deserteure, WiderständlerInnen, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, an all die Namenlosen, an die mehr als elf Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, gedemütigt, entrechtet, ausgegrenzt, gekennzeichnet, gequält und in den Konzentrationslagern und anderen Unrechtsstätten bestialisch ermordet wurden.

Nur wenige der Verschleppten überlebten die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager, konnten nach ihrer Befreiung eine neue Existenzen aufbauen und eigene Familien gründen. Ihre Zahl wird von Jahr zu Jahr kleiner. Ihre Lebens- und Leidenswege dürfen bei dem Gedenken an die Toten des Holocaust nicht vergessen werden.

In Gelsenkirchen ist der 27. Januar zugleich auch Jahrestag der ersten und größten Deportation jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger. An diesem Tag im Jahre 1942 verließ in den frühen Morgenstunden ein Menschentransport den Gelsenkirchener Güterbahnhof mit Ziel Ghetto Riga. Zuvor waren im so genannten "Judensammellager" an der Wildenbruchstraße jüdische Kinder, Frauen und Männer aus Gelsenkirchen zusammen mit weiteren Juden aus dem Präsidialbezirk Recklinghausen und umliegenden Revierstädten "gesammelt" und unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht worden. Von dort mussten die zur Deportation bestimmten Menschen schließlich unter Bewachung am frühen Morgen des 27. Januar 1942 zum Güterbahnhof getrieben und wurden mit der Reichsbahn zunächst in das Ghetto Riga deportiert.


75. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938   Dienstag, 17. Dezember 2013: Hier wohnte... Weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen  

75. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938

Am 17. Dezember 2013 verlegt Gunter Demnig in Gelsenkirchen weitere neun Stolpersteine. Der Verlegetag beginnt mit einer Gedenkveranstaltung im Schalker Gymnasium, am Nachmittag wird Bildhauer Demnig ab 14:30 Uhr die Stolpersteine für Lieselotte Margot Elikan und Werner de Vries an der Arminstraße 3 in das Gehwegpflaster einsetzen. Weitere Stationen: Von-Der-Recke-Straße 9 vor der Begegnungstätte Alter Jüdischer Betsaal für Adolf und Johanna Hirsch und an der Ebertstraße 1 für die Familie Moritz Back.
→ Stolpersteine in Gelsenkirchen

Foto: © Karin Richert


75. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938   Samstag, 9. November 2013: 75. Jahrestag der Pogromnacht  

Gelsenkirchen erinnert sich: 75. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938. (Fotomontage: Gelsenzentrum)

Abb.: Stolpersteine erinnern an vielen Orten in Gelsenkirchen an Opfer des Pogroms vom November 1938. So wie diese Stolpersteine vor dem Haus Wanner Straße 119, auch das in dem Haus befindliche Geschäft und die Wohnung von Selma und Erna Schöneberg wurden von den Nazischergen in der Pogromnacht zerstört.

Die Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 waren eine vom NS-Terrorregime organisierte und gelenkte Zerstörung von Leben, Eigentum und Einrichtungen jüdischer Menschen im gesamten "Deutschen Reich".

Auch in diesem Jahr finden an vielen Orten in Deutschland Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt, die in der so genannten "Reichskristallnacht" vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer rassistisch motivierter Gewalttaten gegen Leben und Eigentum wurden. In dieser Nacht wurden hunderte jüdische Menschen von Nazis und ihren Helfershelfern vergewaltigt, zusammengeschlagen, ermordet oder in den Suizid getrieben.

Fast alle Synagogen, Geschäfte jüdischer Eigentümer, Wohnungen und viele jüdische Friedhöfe in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei wurden in der Pogromnacht zerstört. Ab dem 10. November wurden ca. 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo viele ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Jüdische Betroffene und Zeitzeugen aus der Mehrheitsgesellschaft schildern ihre Erlebnisse in der sogenannten "Reichskristallnacht": → Die Pogromnacht vom November 1938 in Gelsenkirchen

GELSENKIRCHEN VOR 75 JAHREN - ERINNERUNG AN DEN STOLPERSTEINEN

Zu einer besonderen Form des Gedenkens ruft der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum auf. Am 8. und 9. November 2013 werden alle 78 bisher in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine geputzt und an jeder der insgesamt 40 Verlegestellen Blumen niedergelegt.

"Demokratische Alternative": DEMONSTRATION UND KUNDGEBUNG

9. November 2013, Treffpunkt 17.30 Uhr Alte Post/Bahnhofsvorplatz anschließend Schweigegang zum HSH, dort ab 18 Uhr Kundgebung


Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Auflösung des Ghettos von Riga   Donnerstag, 31. Oktober 2013: Filmpräsentation "Wir haben es doch erlebt"  

Erinnerung an den Massenmord in Lettland - 70. Jahrestag der Auflösung des Rigaer Ghettos

Wir haben es doch erlebt - Das Ghetto Riga, ein Dokumentarfilm von Jürgen Hobrecht

Am 31. Oktober 2013 zeigen wir ab 19:30 Uhr in der Gelsenkirchener "flora", Florastraße 26, den Film "Wir haben es doch erlebt" - Das Ghetto von Riga. Der Film von Jürgen Hobrecht erinnert an die NS-Verbrechen im Ghetto von Riga. Der Regisseur wird anwesend sein und nach der Vorführung Fragen des Publikums beantworten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zugunsten der Weiterarbeit der Phoenix Medienakademie am Thema "Riga" und zur Unterstützung einer Hilfsorganisation für baltische Holocaust-Überlebende wird gebeten.

Über 25.000 Juden aus dem "Deutschen Reich" wurden ab Herbst 1941 nach Riga verschleppt, Hauptstadt des von Hitlers Wehrmacht besetzten Lettland. Zwischen November 1941 und Oktober 1942 fuhren 25 Züge der Reichsbahn mit ihrer Menschenfracht aus 14 Städten - darunter u.a. Gelsenkirchen, Dortmund, Münster und Bielefeld - nach Riga. Unmittelbar zuvor waren die bis dahin im Ghetto von Riga internierten ca. 27.000 lettischen Juden und Jüdinnen in einem Massaker ermordet worden - das Ghetto wurde "freigeschossen" sagt Margers Vestermanis, selbst Überlebender des Holocaust in Lettland. Die SS schaffte mit dieser Mordaktion Platz für die Neuankömmlinge aus Deutschland.

Abb.: © Phönix-Medienakademie. Die DVD "Wir haben es doch erlebt - Das Ghetto von Riga" mit Begleitheft kann zum Preis von 12,- € zzgl. 3,- € Versand bei der Phönix-Medienakademie bestellt werden, Bestelladresse: info@phoenix-medienakademie.com

Tausende der Deportierten wurden bereits direkt nach ihrer der Ankunft in Riga erschossen. Diejenigen, die das Ghetto lebend erreichten, erlitten hingegen ein jahrelanges Martyrium in Konzentrationslagern und Unrechtsstätten, an dessen Ende auf die meisten Menschen ebenfalls der Tod wartete. Von den 24.605 in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga deportierten jüdischen Menschen aus dem so genannten "Großdeutschen Reich" überlebten unter unsäglichen Leiden und Qualen nur 1.073. Von den 355 Gelsenkirchener Juden – am 27. Januar 1942 nach Riga verschleppt – wurden 307 in Riga und Umgebung ermordet. Allein bei einer Massentötung im Zuge der Auflösung bzw. Räumung des Rigaer Ghettos am 2./3. November 1943 ermordete die SS und ihre Helfer 87 Gelsenkirchener, darunter zwanzig Kinder.

Jürgen Hobrecht

Abb.: Jürgen Hobrecht, © Phönix-Medienakademie. Der Regisseur wird bei der Vorführung in Gelsenkirchen anwesend sein und im Anschluss Fragen des Publikums beantworten.

Der Filmemacher Jürgen Hobrecht hat über viele Jahre hinweg die Spuren der mit dem Namen „Riga“ verbundenen NS-Verbrechen und die damit verknüpften Lebens- und Leidenswege Ermordeter und der wenigen Überlebenden recherchiert. Seine erschütternde Dokumentation begibt sich an die Orte des Geschehens in Lettland, zeigt aber auch, wie akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden.

Wesentliches Stilmittel des Films sind dialogisch montierte Zeitzeugenaussagen. Aus vielen einzelnen Interviews entsteht die Erzählung der Deportation nach Riga, der mehrjährigen Zwangsarbeit und täglichen Todesgefahr im Ghetto, der Odyssee durch die Lager, der Befreiung und schließlich der Frage, wie ein Überleben nach diesen unvorstellbaren, traumatischen Erlebnissen möglich war bzw. ist. „Dabei erhebt sich kein belehrender Kommentarton über die Wahrhaftigkeit der Aussagen Überlebender. Vielmehr sorgt ein informierender Sprecher für historische Einordnung und Orientierung, um dem Zuschauer das Verständnis zu erleichtern“, so Regisseur Hobrecht über den Grundtenor des Films.

Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee übernimmt Schirmherrschaft

Der Dokumentarfilm '"Wir haben es doch erlebt" - Das Ghetto von Riga' wird in einer Reihe von Veran-staltungen zwischen dem 10. Oktober und dem 10. Dezember 2013 in bisher 35 Städten präsentiert. Bundesminister a.D. Wolfgang Tiefensee, Vorsitzender von "Gegen Vergessen für Demokratie e.V.", hat die Schirmherrschaft für die Veranstaltungsreihe übernommen.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen e. V.

Kulturraum 'die flora' Gelsenkirchen

Veranstalter: Gelsenzentrum e.V. in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschist-Innen, Kreisvereinigung Gelsenkirchen (VVN-BdA) und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen e. V.


Ein Stolperstein erinnert in Gelsenkirchen an Oskar Behrendt Montag, 28. Oktober 2013: 75. Jahrestag der "Polenaktion" - Auftakt zur Vernichtung 

Im Rahmen der im Nazi-Jargon als "Polenaktion" bezeichneten Abschiebeaktion zwischen dem 27. und 29. Oktober 1938 wurden rund 18.000 jüdische Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit aus dem "Dritten Reich" abgeschoben. Bei im ganzen Reichsgebiet durchgeführten Razzien brutal festgenommen, meist nur mit dem versehen, was die Betroffen auf dem Leib trugen, wurden die Menschen in Sammeltransporten mit der "Reichsbahn" an die polnischen Grenze verschleppt und ins Niemandsland getrieben. In Gelsenkirchen waren etwa 80 Juden jeden Alters von der Massenabschiebung betroffen. Einigen wenigen wurde die Rückreise nach Gelsenkirchen gestattet - sie wurden dann gezwungen, vor Ort bei der "Arisierung" ihres Eigentums "mitzuhelfen". Die "Polenaktion" stand in direktem Zusammenhang mit den "Kristallnacht"-Pogromen vom 9. November 1938.

Ein letztes Lebenszeichen aus Zbaszyn

Abb.: Ein letztes Lebenszeichen von Isidor Jeckel aus Gelsenkirchen ist dieser Brief, gerichtet an seinen ebenfalls aus Gelsenkirchen stammenden Freund Ernst. Dieser konnte bereits im Januar 1938 in die USA in Sicherheit gebracht werden. In diesem Brief aus Zbaszyn, datiert auf den 9. Januar 1939, beschreibt der damals 16jährige Isidor Jeckel auch die Verhaftung in Gelsenkirchen und die unmenschlichen Zustände im Internierungslager Zbaszyn. So schildert er, wie er und sein Vater von der Arbeitstelle in Gelsenkirchen direkt in das Gefängnis gebracht wurden, ohne sich vorher entsprechende Bekleidung aus ihrer Wohnung holen zu dürfen. Weiter schreibt er: "(...) wünsche ich alles Gute, vor allem wünsche ich keinem jüdischen Jungen in eine solche Lage zu kommen, wie ich es bin (...)."

Es gab mehrere Zielorte für die Abschiebungstransporte – einer war die polnische Grenzstation Zbaszyn (Bentschen) in der Provinz Posen. Dorthin wurden auch die Betroffenen aus Gelsenkirchen verschleppt. Die meisten der Deportierten (in Zbaszyn zwischen 5.000 und 10.000) mussten neun Monate unter katastrophalen Bedingungen in Militär-Pferdeställen und einer ehemaligen Mühle hausen. Die Abschiebeaktion stellte einen ersten Höhepunkt der physischen Verfolgung jüdischer Menschen dar und war der eigentliche Auftakt zur geplanten Vernichtung der europäischen Juden.

Diese erste NS-Massendeportation, die im Zusammenspiel von Polizei, Reichsbahn, Finanzbehörden und Diplomatie ablief, kann als "Probelauf" für die später folgenden Deportationen jüdischer Menschen gelten. Auf die dabei gemachten Erfahrungen und die logistische Zusammenarbeit mit der Reichsbahn griff der Sicherheitsdienst (SD) zurück, als er wenig später nach den Novemberpogromen vom 9. auf den 10. November 1938 mehr als 26.000 Juden in Konzentrationslager schaffen ließ.


Ein Stolperstein erinnert in Gelsenkirchen an Oskar Behrendt Montag, 26. August 2013: Zum 80. Todestag von Oskar Behrendt 

80. Todestag von Oskar Behrendt

An das Leben, Wirken und den gewaltsamen Tod von Oskar Behrendt erinnert eine kleine Gedenkveranstaltung, die am 26. August 2013 um 18 Uhr an der Küppersbuschstraße 25 stattfindet.

Vor diesem Haus, dem Wohnort von Oskar Behrendt, verlegte Bildhauer Gunter Demnig am 1. August 2011 einen Stolperstein in Gedenken an den kommunistischen Widerständler.

Oskar Behrendt stellte sich frühzeitig den Nazis entgegen - der engagierte Antifaschist bezahlte seinen Widerstand mit dem Leben. Am 17. August 1933, einen Tag nach seiner Verhaftung, starb Oskar Behrendt im Gelsenkirchener Gerichtsgefängnis an den Folgen der dort durch Nazischergen erlittenen Folter. Seine mutmaßlichen Mörder wurden in einem nach 1945 eingeleiteten Gerichtsverfahren "aus Mangel an Beweisen" freigesprochen.


Symbolische Platzbenennung nach Rosa Böhmer 13. August 2013 - 70. Todestag von Rosa Böhmer  

Rosa Böhmer

Symbolische und temporäre Platzbenennung
Dienstag, 13. August 2013 um 18.30 Uhr
Platz hinter dem Bildungszentrum
Gelsenkirchen

Das Sinti-Mädchen Rosa Böhmer wurde am 13. August 1943 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet – wenige Wochen vor ihrem zehnten Geburtstag. In einem der Stadtverwaltung Gelsenkirchen seit April diesen Jahres vorliegenden Bürgerantrag wurde angeregt, den Platz zwischen der City-Wohnanlage "Weißer Riese" und dem Bildungszentrum nach Rosa Böhmer zu benennen. Ihr Lebens- und Leidensweg soll stellvertretend an die im so genannten "Dritten Reich" aus Gelsenkirchen verschleppten und ermordeten Sinti und Roma erinnern. Über den Antrag ist bisher noch nicht abschließend beraten worden.

Um so wichtiger ist es, am 70. Todestag von Rosa Böhmer mit der symbolischen und temporären Benennung dieses Platzes an die Folgen von Tyrannei und Rassismus unter dem NS-Regime zu erinnern und die Forderung nach einem dauerhaften Zeichen des Gedenkens an die vom NS-Terrorregime verfolgten und ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen zu unterstreichen. Ein "Rosa-Böhmer-Platz" an dieser Stelle fügt sich nahtlos in die Reihe der bereits nach Opfern und Gegnern des NS-Regimes benannten Plätze in der Gelsenkirchener Innenstadt ein.

Der Völkermord an 500.000 Sinti und Roma hatte seine eigene schreckliche Dimension, seine eigene Bürokratie und Systematik. Der Genozid an Sinti und Roma war kein „Schicksal“, sondern er war die Folge bewusster, rassistischer Politik. Er war der Endpunkt von systematischer Entrechtung, Ausgrenzung – und auch von Zustimmung, Gefolgschaft und Wegschauen.

Die symbolische und temporäre Benennung dieses Platzes ist auch ein ein Aufruf an an die lokale Politik und Gesellschaft, der fortbestehenden Diskriminierung von Sinti und Roma energisch entgegenzutreten.

→ Dokumentation: Aus der Schule ins KZ - Das kurze Leben der Rosa Böhmer

→ NS-Völkermord an Sinti und Roma - Schaffung eines Gedenkortes in Gelsenkirchen


Ein Zug fährt durch Deutschland 10.-12. Juni 2013: Zug der Erinnerung in Dortmund - Spuren der Kinder von Westerbork  

Ein Zug fährt durch Deutschland - Auf den Spuren der Kinder von Westerbork

Vor 70 Jahren deportierte die „Reichsbahn“ tausende Kinder – weil sie Juden oder Sinti und Roma waren. Die „Reichsbahn“-Züge kamen aus einem Nazi-Lager in den besetzten Niederlanden: Westerbork. In verschlossenen Waggons wurden die Menschen durch Deutschland transportiert, darunter auch Kinder aus Gelsenkirchen, Dortmund, Hannover, Magdeburg oder Berlin.

Nach drei Tagen erreichten die Züge Sobibór in Ostpolen. In dem Nazi-Vernichtungslager wurden die Kinder sofort nach der Ankunft ermordet. Der Verein "Zug der Erinnerung" will im Mai und Juni 2013 auf 10 deutschen Bahnhöfen gemeinsam mit Initiativen und Projektgruppen aus den verschieden Städten von den in Sobibór ermordeten Kindern Abschied nehmen - auf den Bahnhöfen, auf den ihnen vor 70 Jahren niemand half. Von Montag 10. Juni bis Mittwoch 12. Juni 2013 macht der Zug der Erinnerung in Dortmund Station.

→ Auf den Spuren der Kinder von Westerbork


Stolpersteine - Denkmal für die Zukunft Montag, 29. April 2013, Stolpersteine - Denkmal für die Zukunft 

Verlegung am Montag, 29. April 2013, Stolpersteine - Denkmal für die Zukunft

Am Montag, den 29. April verlegt Bildhauer Gunter Demnig weitere 19 Stolpersteine in Gelsenkirchen. Die Verlegungen beginnen um 10 Uhr an der Karl-Meyer-Straße in Rotthausen.

Der Verlegetag schliesst mit einer vom Inner Wheel Club Gelsenkirchen unterstützten Gedenkstunde in der Bleckkirche (an der ZOOM Erlebniswelt), Beginn 18 Uhr. Joachim Rönneper stellt dann in einer musikalisch umrahmten Lesung aus seinem Buch „Vor meiner Haustür“ das Werk des Bildhauers Gunter Demnig vor.

Gedenkstunde in Kooperation mit:

Bleckkirche - Kirche der Kulturen   Inner Wheel Club Gelsenkirchen   Stolpersteine Gelsenkirchen


Ein Stolperstein erinnert in Gelsenkirchen an Erich Lange Samstag, 23. März 2013, 80. Todestag von Erich Lange 

80. Todestag von Erich Lange

Kurz nach der Machtübergabe an die Nazis wird in der Nacht vom 21. auf den 22. März 1933 Am Rundhöfchen der Antifaschist und Widerständler Erich Lange von einem SS-Mann erschossen. Stolpersteine erinnern seit 2011 am Ort des Mordes in der Altstadt und an seinem letzten Wohnort Schwanenstraße 6 an Erich Lange. Zum 80. Jahrestag des gewaltsamen Todes von Erich Lange findet am 23. März 2013 ab 11:00 Uhr in Gelsenkirchen eine kleine Gedenkveranstaltung am Verlegeort des Stolpersteins Am Rundhöfchen/Neumarkt statt.


70. Jahrestag der Deportation der Gelsenkirchener Sinti und Roma Donnerstag, 21. März 2013, Porajmos - Gedenken an Deportation von Sinti und Roma 

70. Jahrestag der Deportation Gelsenkirchener Sinti und Roma

„Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus den gleichen Motiven des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz, mit dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden. Sie wurden im ganzen Einflussbereich der Nationalsozialisten systematisch und familienweise vom Kleinkind bis zum Greis ermordet."

(Bundespräsident Roman Herzog, 16. März 1997)

Den von Nazis erlassenen Rassengesetze „zur Bekämpfung des Zigeunerwesens“ folgte der Völkermord an hunderttausenden Sinti und Roma.

In diesem Jahr jährt sich zum 70. Mal die Deportation Gelsenkirchener Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Aus diesem Anlass findet am 21. März in der Bleckkirche in Gelsenkirchen-Bismarck eine Gedenkstunde statt.

Die im Internierungslager an der damaligen Reginenstraße in Bulmke-Hüllen eingepferchten Sinti- und Roma-Familien wurden am 9. März 1943 auf Grundlage des so genannten "Auschwitz-Erlass" Heinrich Himmlers verhaftet und zunächst in das Polizeigefängnis Gelsenkirchen gebracht, dann weiter nach Bochum und von dort per "Sammeltransport" in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. In den Lagerbüchern ist die Ankunft der Gelsenkirchener Sinti und Roma am 13. März 1943 festgehalten. Nur die wenigsten der Verschleppten haben diese Hölle überlebt.

Worte des Gedenkens werden die Feierlichkeit einleiten, so wird auch Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma NRW, eine Ansprache halten. Hartmut Hering wird in einem Vortrag über Verfolgungshintergründe, Ursache und Wirkung referieren, eine Lesung aus "Elses Geschichte - Ein Mädchen überlebt Auschwitz" ist geplant. Die Gedenkveranstaltung wird von dem Musiker Norbert Labatzki musikalisch umrahmt und beginnt um 20 Uhr in der Bleckkirche - Kirche der Kulturen - Gelsenkirchen, Bleckstraße (an der ZOOM Erlebniswelt). Einlass ab 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Reservierungen per Email an: sekretariat@gelsenzentrum.de oder Telefon: 0209-9994676

Von Beifallsbekundungen während und nach der Gedenkveranstaltung bitten wir abzusehen.

Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum in Kooperation mit der   Bleckkirche - Kirche der Kulturen


80. Jahrestag der Machtübergabe an die Nazis Mittwoch, 30. Januar 2013, 80. Jahrestag der Machtübergabe an die Nazis 

80. Jahrestag der Machtübergabe an die Nazis

Möglich gemacht hat die Machtübergabe die finanzielle Unterstützung der Nazis durch die deutsche Großindustrie und die willfährige Mehrheit des Deutschen Volkes. Am Ende dieser Machtübergabe sollte die Unangefochtenheit des NS-Regimes, die Etablierung der "rassisch reinen Volksgemeinschaft" sowie die Beherrschung Europas und der Welt stehen.

Die Folgen von 12 Jahren Nazi-Barberei sind den meisten bekannt: Diskriminierung, Ausgrenzung Verfolgung und Ermordung von Minderheiten, Industrieller Massenmord an Juden, Sinti und Roma, Zerstörung von Vielfalt und Kultur, der 2. Weltkrieg mit all seinen schrecklichen Auswüchsen. Bundesweit erinnern am 30. Januar 2013 zahlreiche Ausstellungen, Projekte und Initiativen an den 80. Jahrestag der Machtübergabe an die Nazis und die Folgen.


Internationaler Holocaust-Gedenktag... Sonntag, 27. Januar 2013, 16:00 Uhr Holocaust-Gedenktag: Gelsenkirchener Lichter 

Internationaler Holocaust-Gedenktag: Gelsenkirchener Lichter 2013

Zur Teilnahme an eine besondere Form der Erinnerung und des Gedenkens ruft der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum auf. Mit dem entzünden der "Gelsenkirchener Lichter" wird am 27. Januar ein temporärer Erinnerungsort markiert - in diesem Jahr um 16 Uhr am damaligen Standort des "Judensammellagers" an der Wildenbruchstraße/Höhe Polizeiwache. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

Der 27. Januar wurde 2005 von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt. Dieser Tag erinnert an Mordopfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus, an Menschen, die nach der verbrecherischen Weltanschauung der Nazis nicht in das vorgegebene Bild einer "arischen Volksgemeinschaft" passten: Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Handicap, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, so genannte "Asoziale", Zeugen Jehovas, Deserteure, WiderständlerInnen, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, an all die Namenlosen, an die mehr als elf Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, gedemütigt, entrechtet, ausgegrenzt, gekennzeichnet, gequält und in den Konzentrationslagern und anderen Unrechtsstätten bestialisch ermordet wurden. Nur wenige der Verschleppten überlebten die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager, konnten nach ihrer Befreiung eine neue Existenzen aufbauen und eigene Familien gründen. Ihre Zahl wird von Jahr zu Jahr kleiner. Ihre Lebens- und Leidenswege dürfen bei dem Gedenken an die Toten des Holocaust nicht vergessen werden.

In Gelsenkirchen ist der 27. Januar zugleich der Jahrestag der ersten und größten Deportation jüdischer Mitbürger. An diesem Tag im Jahre 1942 verließ in den frühen Morgenstunden ein Menschentransport den Gelsenkirchener Güterbahnhof mit Ziel Ghetto Riga. Zuvor waren im so genannten "Judensammellager" an der Wildenbruchstraße jüdische Kinder, Frauen und Männer aus Gelsenkirchen zusammen mit weiteren Juden aus dem Präsidialbezirk Recklinghausen und umliegenden Revierstädten "gesammelt" und unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht. Von dort mussten die zur Deportation bestimmten Menschen schließlich unter Bewachung zum Güterbahnhof laufen und wurden mit der Reichsbahn zunächst in das Ghetto Riga deportiert.

→ Der ROTE EMSCHERBOTE: Zweifaches Gedenken


Wann wohl das Leid ein Ende hat... Montag, 21. Januar 2013, 19:30 Uhr "Wann wohl das Leid ein Ende hat..."  

Wann wohl das Leid ein Ende hat...

Wenige Tage vor dem Holocaust-Gedenktag, 1996 von Bundespräsident Roman Herzog zum 27. Januar als nationaler Gedenktag in Deutschland erklärt, laden wir aus diesem Anlass zu einer Veranstaltung im Kulturraum "die flora", Florastr. 26 in Gelsenkirchen ein. Mittelpunkt des Abends sind die im KZ Theresienstadt geschriebenen Gedichte und Lieder der tschechisch-jüdischen Schriftstellerin Ilse Weber, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Die Opernsängerin Michaela Sehrbrock präsentiert sowohl eine Reihe unvertonter als auch erhalten gebliebener vertonter Gedichte und wird dabei von Marion Steingötter am Klavier begleitet.

Eintritt: 10,00 € - erm. 8,00 €. Reservierungen: (0209) 169-9105

Kultur erleben - unabhängig vom Einkommen: Vier Eintrittskarten für diese Veranstaltung stellt Gelsenzentrum e.V. der Kulturloge Ruhr kostenfrei zur Verfügung.

Vor dem "Osttransport" nach Auschwitz kann Willi Weber die Gedichte seiner Frau Ilse in einem Geräteschuppen in Theresienstadt einmauern - Gedichte und Lieder, die sie für ihre Mithäftlinge und ihre Pflegekinder geschrieben hat. Ilse Weber und ihr Sohn Tomas wurden am 6. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. Willi kehrte als Überlebender nach Theresienstadt zurück, um die Texte in Sicherheit zu bringen. Darin schildert Ilse Weber ihres Leben als Jüdin in Mähren, erzählt in Briefen vom Terror des Nationalsozialismus, darunter befinden sich auch die Trostgesänge aus der Kinderkrankenstube im KZ Theresienstadt.

Mit freundlicher Genehmigung des Carl Hanser Verlags
Ilse Weber, Wann wohl das Leid ein Ende hat. Briefe und Gedichte aus Theresienstadt, herausgegeben von Ulrike Migdal
© 2008 Carl Hanser Verlag München

Michaela Sehrbrock

Michaela Sehrbrock wurde in München geboren und besuchte nach dem Abitur die Schauspielschule. Ihr Studium absolvierte sie im Fach Musiktheater u. Gesang an der Folkwang-Hochschule Essen bei Frau Prof. Csilla Zentai. Seit 1997 ist sie Mitglied im Opernchor Essen. Darüber hinaus wirkt sie bei Liederabenden, Kirchenkonzerten und freien Opern- und Musical-inszenierungen mit. Ebenfalls nimmt sie kleinere solistische Partien in Opern am Aalto-Theater wahr.

Marion Steingötter

Marion Steingötter absolvierte ihr Musikstudium an der Universität zu Mainz und an der Musikhochschule Köln. Ihre Gesangsausbildung erhielt sie bei Frau Professor Mechthild Georg. Während ihrer langen freiberuflichen Tätigkeit in diversen namhaften Vokalensembles und als Solistin, erarbeitete sie sich ein breites Repertoire, das Musikstile vom Mittelalter bis zur Moderne umfasst. Internationale Konzertreisen, Kurse und Wettbewerbe prägten ihren musikalischen Werdegang. Seit 2001 ist die Altistin Mitglied des Opernchores des Aalto-Theaters.

Veranstalter: Gelsenzentrum e.V. in Kooperation mit M. Sehrbrock und M. Steingötter

→ Der Rote Emscherbote: Kulturelles Überleben oder Trost und Hoffnung inmitten der Barbarei

→ WAZ Gelsenkirchen: Das Leiden blieb nicht unerhört


Ausstellung: Ab 26.12.2012: Ausstellung "Vergeben muss man, aber Vergessen ist unmöglich..."  

Ausstellung: Vergeben muss man, aber Vergessen ist unmöglich...

An die Verlegung eines Stolpersteins für den Holocaust-Überlebenden Herman Neudorf in Gelsenkirchen knüpft eine Ausstellung an, die ab dem 26. Oktober 2012 von Gelsenzentrum in Zusammenarbeit mit Herman Neudorf in der Gesamtschule Horst präsentiert wird.

Die Ausstellung, die nach einem Zitat von Herman Neudorf den Titel “Vergeben muss man, aber Vergessen ist unmöglich…” trägt, rückt Judenverfolgung und -vernichtung im so genannten “Dritten Reich” mit der Darstellung der Lebens- und Leidenswege der jüdischen Familie Neudorf in einen konkreten örtlichen und personellen Zusammenhang. Diese Ausstellung soll vor allem junge Menschen, Schulen oder lokale Gruppen erreichen und kann auch ausgeliehen werden.

Die jüdische Familie Neudorf aus Gelsenkirchen-Horst gerät 1938 in die Mordmaschinerie des NS-Staates. Simon Neudorf stirbt 1941 im KZ Sachsenhausen, Frieda Neudorf wird 1944 in Riga ermordet. Der junge Herman Neudorf wird im Oktober 1938 mitten aus dem Schulunterricht heraus verhaftet und von Gelsenkirchen zunächst nach Bentschen/Polen abgeschoben. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Gelsenkirchen führt sein weiterer Leidensweg über eines der Gelsenkirchener „Judenhäuser“ in das Ghetto Riga, von dort in das KZ Kaiserwald weiter über die KZ Stutthof und Buchenwald in das KZ-Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und wieder zurück nach Buchenwald. Herman Neudorf überlebt einen der Todesmärsche und wird am 13. April 1945 bei Gera von amerikanischen Soldaten befreit. Der 87jährige Herman Neudorf lebt heute in den USA. Auf der Basis seiner Erinnerungen erzählt und dokumentiert diese Ausstellung Lebens- und Leidenswege der Familie Neudorf, ihrer Angehörigen und Freunde.

Ausleihe möglich!

Die Ausstellung kann von lokalen Gruppen, Schulen, Kirchengemeinden u.a. ausgeliehen werden! Interessierte Veranstalter wenden sich bitte an:
GELSENZENTRUM e.V.
Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte
Devensstrasse 111
45899 Gelsenkirchen
Telefon: (0209) 9994676
Email: Gelsenzentrum e.V.

Sowohl für die Ausstellungseröffnung am 26. Oktober um 16 Uhr als auch für die Finissage am 9. November um 16 Uhr entwickeln Lehrer und Schüler der Jahrgänge 10, 12 und 13 derzeit ein vielfältiges Programm: Neben musikalischen Beiträgen planen die Beteiligten Theaterszenen zum Leben Neudorfs „Das Ende der Kindheit“, eine Kunstinstallation „Wege der Erinnerungen“ sowie weitere Präsentationen zu den Themen Umgang mit der NS-Zeit und Erinnerungskultur. Schülerinnen und Schüler aus der Sek. II führen durch die Ausstellung.

Alle Bürger laden wir herzlich zum Besuch der Ausstellung ein. Um vorherige Anmeldung über das Sekretariat der Gesamtschule Horst (Tel. 4503012) wird gebeten. Eröffnungs- und Abschlußveranstaltung können jedoch ohne Voranmeldung besucht werden!

→ WAZ Gelsenkirchen: Lebens- und Leidenswege


8. Oktober 2012 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen 8. Oktober 2012 - Stolpersteine Gelsenkirchen - Gemeinsam gegen das Vergessen 

Am 8. Oktober kommt Künstler Gunter Demnig nach Gelsenkirchen, 18 weitere Stolpersteine gegen das Vergessen wird er dann an 8 Orten in den Boden einlassen. In diesem Jahr werden erstmals auch Stolpersteine für ehemalige jüdische Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens verlegt, die den Naziterror überleben konnten. Familien sollen so im Gedenken symbolisch wieder zusammengeführt werden.

Demnigs Stolpersteine bringen niemanden zu Fall, man stolpert nicht körperlich. Man stolpert mit den Augen, dem Kopf und mit dem Herzen über die Stolpersteine, denn die kleinen Betonquader werden flächenbündig in das Pflaster der Gehwege eingelassen - damit Vergangenheit sichtbar bleibt. “Und wenn du den Namen auf dem Stein lesen willst, musst du dich vor dem Opfer automatisch verbeugen” sagt Gunter Demnig.

Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die in den Jahren des “Dritten Reichs” verfolgt, entrechtet, gedemütigt, in die Flucht getrieben und in den allermeisten Fällen von den Nazis ermordet wurden. Im Rahmen des Kunstprojektes „Stolpersteine“ des Bildhauers Gunter Demnig werden die Gedenksteine vor den Häusern ins Pflaster der Gelsenkirchener Gehwege eingelassen, in denen die Menschen einst lebten.

Arthur Hermann, Cranger Straße 267. 13:30 Uhr
Pater Hermann Joseph Vell, Grillostraße 57. 14:15 Uhr
Familie Posner, Arminstraße 1. 14:45 Uhr
Familie Spiegel, Kirchstraße 65. 15:15 Uhr
Ehepaar Isacson, Ringstraße 4. 15:45 Uhr
Familie Krämer, von der Recke Straße 10. 16:15 Uhr
Familie Süßkind, Markenstraße 29. 16:50 Uhr
Herman Neudorf, Markenstraße 19. 17:10 Uhr

(Zeitangaben +/- 15 Minuten)

Der Verlegetag findet seinen Abschluß mit einer Matinee, die um 18 Uhr im Kaminzimmer von Schloss Horst beginnt. Bezirksbürgermeister Joachim Gill wird ein Grußwort an die Anwesenden richten, Heike Jordan wird aus der 1947 als Broschüre publizierten Bericht “Sadismus oder Wahnsinn” von Jeanette Wolff (1888-1976) lesen. Die jüdische Sozialdemokratin beschreibt darin ihre Deportation nach Riga und den Leidensweg durch verschiedene Konzentrationslager. Die Veranstaltung endet mit einer Auswahl von geschriebenen Gedichten und Liedern der tschechisch-jüdischen Schriftstellerin Ilse Weber (1903-1944), die sie im KZ Theresienstadt geschrieben hat und die 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Die Opernsängerin Michaela Sehrbrock wird sowohl eine Reihe unvertonter als auch erhalten gebliebener vertonter Gedichte präsentieren und dabei von Marion Steingötter am Klavier begleitet. Internetpräsenz Stolpersteine Gelsenkirchen

Termin 27. Januar 2012 - Gelsenkirchen erinnert sich - Gelsenkirchener Lichter 30. März 2012 - "Zwei Lieben". Lesung mit Rainer Vollath in der "flora" Gelsenkirchen

Zwei Lieben - von Rainer Vollath

Autor Dr. Rainer Vollath

Am Freitag, dem 30. März 2012 liest der Autor Rainer Vollath um 19 Uhr im Kulturzentrum "die flora" in Gelsenkirchen, Florastraße 26, aus seinem zeitgeschichtlichen Roman "Zwei Lieben". Begrüßung und einleitendes Referat: Markus Chmielorz und Jürgen Wenke.

"Zwei Lieben" - Sachsenhausen, Flossenbürg, Berlin Nollendorfplatz – die Lebensstationen eines bewegten Lebens, einer bewegenden Geschichte

In seinem Buch "Zwei Lieben" hat sich Rainer Vollath einem verdrängten Kapitel deutscher Geschichte gewidmet: Berlin 1938. Der 28-jährige Fritz wird im Berliner Tiergarten von der Gestapo ertappt, verhaftet und ins KZ gebracht. Sieben Jahre verbringt er in Sachsenhausen und Flossenbürg. Was ihm beim Überleben hilft, ist seine Liebe zu dem jungen Häftling Jan aus Warschau. Bei Kriegsende trennen sich jedoch ihre Wege für immer.

Zwei Lieben

Aus Angst vor Repressalien führt Fritz nach dem Krieg in Berlin jahrzehntelang ein Doppelleben und traut sich nicht, zu seinem Schwulsein zu stehen. Doch dann wird 1969 der Paragraph 175 entschärft, ein frischer Wind weht in der Metropole. Fritz versucht, eine Entschädigung für die im KZ erlittenen Qualen zu bekommen – und er lernt Will kennen. Rainer Vollath erzählt in sich zeitlich abwechselnden Kapiteln den Überlebenskampf im KZ und das Aufkeimen der Schwulenbewegung in der Berliner Nachkriegszeit. In klarer, nüchterner Sprache zeichnet er das Leben eines Mannes nach, der es trotz seiner – aus einer bedrückenden Vergangenheit herrührenden – Ängste schafft, ein Selbstbewusstsein als schwuler Mann zu entwickeln und sich seinen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen.

Möglich wurde diese Lesung durch eine Kooperation des Vereins Rosa Strippe, der in Bochum die zweitgrößte psychosoziale Beratungsstelle für Lesben, Schwule und deren Angehörge in NRW betreibt und der Projektgruppe STOLPERSTEINE des Gelsenzentrum e.V. in Gelsenkirchen. Beide Initiativen widmen sich schon seit langem der Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus. Auf Initiative der Rosa Strippe e.V. hat der Künstler Gunter Demnig im Februar in Dortmund einen weiteren Stolperstein für ein schwules Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Im Herbst verlegt Demnig in Gelsenkirchen einen Stolperstein für den im KZ wegen seiner Homosexualität zu Tode geschundenen Arthur Hermann, auch hier hat die Rosa Strippe die Patenschaft übernommen. Die Recherchen für diese beiden Stolpersteine stammen von Jürgen Wenke, der seit langem die Lebensgeschichten schwuler Männer während der NS-Zeit erforscht.


"Uns haben sie einfach vergessen..." - schwule Männer als Opfer des NS-Terrors


Lange blieb das Schicksal schwuler Männer und deren Verfolgung in der Zeit zwischen 1933 und 1945 im Verborgenen. Schätzungsweise 10.000 - 15.000 schwule Männer wurden zwischen 1934 und 1945 in die KZ eingesperrt, die wenigsten haben den faschistischen Terror überlebt. Für die Überlebenden ging die Verfolgung in der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit fast nahtlos weiter. Wenn einer der wenigen Überlebenden wieder „straffällig“ im Sinne des § 175 wurde, bezog die bundesdeutsche Justiz die Verurteilung aus der NS-Zeit strafverschärfend mit ein, denn der Angeklagte galt ja als unverbesserlicher Wiederholungstäter, hatte doch der § 175 in der NS-Fassung noch bis 1969 Gültigkeit. Endgültig aus dem bundesdeutschen Strafgesetzbuch gestrichen wurde der § 175 erst im Jahr 1994.

Der Eintritt zur Lesung ist frei, um eine Spende für das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen wird gebeten.

→ Download Pressemitteilung der Rosa Strippe (PDF)

Cover- und Autorenfoto mit freundlicher Genehmigung des Querverlag, Berlin

Termin 27. Januar 2012 - Gelsenkirchen erinnert sich - Gelsenkirchener Lichter 20. - 27. Januar 2012 - Woche der Erinnerung - Gelsenkirchener Lichter

Die Ausstellungshallen am Wildenbruchplatz in Gelsenkirchen dienten den Nazis im Januar 1942 als so genanntes 'Judensammellager'Die Ausstellungshallen am Wildenbruchplatz in Gelsenkirchen dienten den Nazis im Januar 1942 als so genanntes "Judensammellager"

Der Internationale Holocaust-Gedenktag, der am 27. Januar europaweit begangen wird, erinnert an alle Menschen, die Opfer des national-sozialistischen Rassen- und Größenwahns geworden sind.

An diesem Tag wurden auch die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Allein in der Mordfabrik Auschwitz starben etwa 1,5 Millionen Menschen auf grausamste Weise. Auschwitz, der deutsche Name eines kleinen Ortes in Südpolen, ist weltweit zum Synonym für den NS-Völkermord geworden. Im Januar findet in Gelsenkirchen vom 20. - 27. Januar 2012 eine "Woche der Erinnerung" statt. Die Gedenkwoche erinnert an den 70. Jahrestag der berüchtigten "Wannseekonferenz" am 20. Januar 1942 und den 70. Jahrestag des größten Deportationstransportes von Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen am 27. Januar 1942.

→ Zeitzeugen berichten von der Deportation (PDF)

Ihren Abschluss findet die „Woche der Erinnerung“ mit einer Gedenkveranstaltung am 27. Januar - dem Internationalen Holocaust-Gedenktag - in der Gelsenkirchener Innenstadt, Beginn 18:30 Uhr mit dem Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz. Der sich anschließende Schweigegang führt über die Bahnhofstraße zum Neumarkt. Dort sind neben dem Aufstellen und Entzünden der "Gelsenkirchener Lichter" auch Redebeiträge geplant, es sprechen u.a. Roman Franz (Landesverband der Sinti und Roma NRW), Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas) und Marianne Konze (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes). Der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. lädt herzlich ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

→ Download Veranstaltungsflyer "Woche der Erinnerung" (PDF)


Die Veranstaltung des Instituts für Stadtgeschichte und der Jüdischen Gemeinde beginnt am 27. Januar 2012 bereits um 15.30 Uhr im Gemeindesaal in der Synagoge Gelsenkirchen.

→ Download Pogrammablauf ISG und Gemeinde (PDF)


Sinti und Roma - Verfolgt – Entrechtet – Ermordet

Vom Zwangs-Lagerplatz an der Reginenstraße/Ostpreußenstraße wurden die Gelsenkirchener Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz verschlepptVom Zwangslagerplatz an der Reginenstraße (Nähe heutige Ostpreußenstraße) wurden die Gelsenkirchener Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort ermordet

Auch die Volksgruppen der Sinti und Roma ("Zigeuner") wurden im Dritten Reich als "rassisch minderwertig" eingestuft. Annähernd 30.000 deutsche Sinti und Roma sind dem Rassenwahn zum Opfer gefallen, europaweit wird von 220.000 bis zu 500.000 Opfern des Genozid in dieser Volksgruppe ausgegangen, ein Großteil von ihnen Kinder und Jugendliche.

"Hartnäckig hält sich bis heute die Legende, die Sinti und Roma seien irgendwie zufällig mit in die Mordaktion geraten. Das stimmt nicht. Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden."

(Der frühere Bundespräsident Roman Herzog bei der Eröffnung des Dokumentation- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma am 16. März 1997 in Heidelberg)

→ Online-Ausstellung: Das kurze Leben des Gelsenkirchener Sintimädchens Rosa Böhmer

Gedenken zum 70. Jahrestag der Deportation nach Riga

In Gelsenkirchen verließ am 27. Januar 1942 der erste und größte "Judensammeltransport" die Stadt. Über 500 jüdische Menschen aus Gelsenkirchen und Umgebung wurden an diesem Tag mit der Deutschen Reichsbahn zunächst in das Ghetto Riga verschleppt. Nur die wenigsten der Menschen überlebten Transport, Ghettos und Konzentrationslager.

Zu den Zielsetzungen der "Woche der Erinnerung" gehören:

  • die Förderung von Empathie mit den Opfern und die Bewahrung deren Andenkens;
  • die Stärkung des Bewusstseins dafür, wie wichtig die Erinnerung an Überlebende, Opfer, Retter und Befreier ist;
  • die Einsicht, dass der Holocaust ein Verlust sowohl für die Menschheit wie für die direkt betroffenen Länder war;
  • die Erzeugung eines tieferen Verständnisses für die Vergangenheit und eines erhöhten Bewusstseins für lokale, regionale und nationale Bezüge;
  • die Sensibilisierung für die Gefahren, die von radikalen, extremistischen Bewegungen und totalitären Regimes ausgehen, für neue Formen des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit und alle Formen von Hass und für die Existenz von Völkermorden sowie deren stärkere Thematisierung;
  • die Förderung des Schutzes der Menschenrechte, insbesondere gegenüber Minderheiten, kritischen Denkens und intellektueller Neugier sowie der Eigenverantwortung als demokratische Bürger.

Vertreter interessierter Organisationen, Schulen, Gliederungen, Vereine oder Verbände sind zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten der "Woche der Erinnerung" aufgerufen. Organisiert z.B. Workshops, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen, Zeremonien, Verlesen von Namen - seid kreativ!

Infos per Email bei Gelsenzentrum e.V. - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen oder unter Telefon 0209 9994676.

Filmvorführungen in der "flora"

Nacht und Nebel

Nacht Und Nebel. Alain Resnais, Frankreich 1955Nacht Und Nebel. Alain Resnais, Frankreich 1955

Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955, 10 Jahre nach der Auflösung der Konzentrationslager, unter der Regie von Alain Resnais der Film "Nacht und Nebel". Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der "Endlösung". Dabei verbinden sich einprägsame Bilder mit der Musik Hanns Eislers und der künstlerischen Ausdruckskraft der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan (für die deutsche Bearbeitung), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität.

Regie Alain Resnais, Frankreich 1955 (32 Min.) Deutsche Fassung. FSK: 12 Jahre

Einführung (Vortrag): Hartmut Hering

19. Januar 2012 ab 19:00 Uhr Kulturzentrum "die flora"   in Gelsenkirchen, Florastraße 28

Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

 

"Alles weiß ich noch... und das ist das Schlimme an der Geschichte"

Rolf Abrahamsohn im Carl-Friederich-Gauß-Gymnasium in Gelsenkirchen

Rolf Abrahamsohn (86) aus Marl wurde in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Als Jugendlicher musste er die unermessliche Brutalität und abgrundtiefe Menschen-verachtung des Nazi-Regimes auf mannigfache Weise miterleben. Foto: Gelsenzentrum

Der 86-jährige Rolf Abrahamsohn aus Marl ist einer der wenigen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Was Rolf Abrahamsohn erzählt, ist spannend, ist aufregend, ist unglaublich - und leider wahr. Sichtlich zerrt die Erinnerung an seinen Kräften, wenn er von den Erlebnissen in der so genannten "Reichskristallnacht" berichtet oder von der Deportation am 27. Januar 1942 aus dem "Judensammellager" auf dem Gelsenkirchener Wildenbruchplatz in das Ghetto Riga. Als er vom gewaltsamen Tod seiner Mutter spricht, versagt dem alten Mann beinahe die Stimme. Abrahamsohn berichtet von seinem Leidensweg, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte, wo er schließlich befreit wurde. In Marl baute sich Rolf Abrahamsohn, dem am 17. November 2011 in Recklinghausen die Auszeichnung "Vestischer Ehrenbürger" verliehen wurde, nach seiner Rückkehr ein neues Leben auf.

Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn am 27. Januar 2011 im Gauß-Gymnasium Gelsenkirchen. Eine Aufzeichnung von Jesse Krauß. (53 Min.)

Einführung (Vortrag): Dr. Rolf Heinrich, Pfarrer i.R.

26. Januar 2012 ab 19:00 Uhr im Kulturzentrum "die flora"   in Gelsenkirchen, Florastraße 28

Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

 

9. November 2011 - Jahrestag der Novemberpogrome 1938 9. November 2011 - Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Auch in diesem Jahr finden an vielen Orten in Deutschland Veranstaltungen zum Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt, die in der so genannten “Reichskristallnacht” vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer der rassistisch motivierten Gewalttaten gegen Leib, Leben und Eigentum wurden - so auch in Gelsenkirchen.

In Gelsenkirchen beginnt die diesjährige - von der Demokratischen Initiative getragene - Veranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht um 18:30 Uhr am Südeingang des Gelsenkirchener Hauptbahnhofes in der Neustadt. Dort formiert sich ein Schweigezug, der zur Begegnungsstätte “Alter Betsaal” an der Von-der-Recke-Straße 9 zieht. Halt macht der Schweigezug an der Grasreinerstraße bzw. Klosterstraße, dort ist eine Kundgebung mit einer Rede von Oberbürgermeister Baranowski geplant.

Der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum e.V. ruft die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an den Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen demokratischer Organisation und Gruppierungen zur Erinnerung und zum Gedenken an die jüdischen Menschen auf, die 1938 in vielfältiger Form zu Opfern der Novemberpogrome wurden. “Wir müssen wachsam sein und uns entschlossen und gemeinsam gegen das Vergessen, gegen Extremismus, Rassismus, Antisemitismus und gegen Gewalt stellen - und das nicht nur am Jahrestag der Pogrome“, so Andreas Jordan, Vorsitzender des Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte in Gelsenkirchen und Initiator des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen.

"In unserer Stadt erinnern 28 von 41 bisher verlegten Stolpersteinen an die Leidenswege und die Ermordung jüdischer Menschen durch das NS-Regime. Jeder dieser 28 Stolpersteine erinnert an einen Menschen, der auch von den Angriffen gegen Leib und Leben in der Pogromnacht betroffen war. Wir hätten uns gewünscht, dass die Stolpersteine mit in die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Gelsenkirchen einbezogen worden wären, führt doch die Wegstrecke des von der "Demokratischen Initiative" geplanten Schweigegangs auch an einigen Stolpersteinen vorbei" so Heike Jordan, ehrenamtliche Projektleiterin der Stolpersteine Gelsenkirchen, und weiter: "Warum die "Demokratische Initiative" die Stolpersteine nicht mit in das Gedenken am 9. November einbezieht, erschließt sich uns nicht."

Die Projektgruppe Stolpersteine ruft daher Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger auf, an den im Stadtgebiet verlegten Stolpersteinen am Abend des 9. November Kerzen aufzustellen und zu entzünden.

Presse- und Medienmitteilung der Projektgruppe Stolpersteine: Gedenken am 9. November 2011

Druckbare Dokumentation: Die Novemberpogrome 1938 in Gelsenkirchen

28. Oktober 2011 - Stolpersteine werden geputzt 28. Oktober 2011 - Stolpersteine werden geputzt. Gedenkveranstaltung am Abend

Die Projektgruppe Stolpersteine läd auch in diesem Jahr zur Putzaktion für die Stolpersteine ein. Die 41 bisher in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine sollen am 28. Oktober 2011 geputzt werden. Dieser Termin ist nicht willkürlich gewählt worden, denn mit der Putzaktion soll an die so genannte "Polenaktion" vom 28. Oktober 1938 erinnert werden. Mit einer Andacht findet die Putzaktion an den in der Kolpingstrasse verlegten Stolpersteinen am Abend Ihren Abschluss.
Mehr als 80 Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit allein aus Gelsenkirchen wurden am 28. Oktober vor 73 Jahren gewaltsam aus ihrem Alltag gerissen und mit Massentransporten an die polnische Grenze verschleppt. Deutschlandweit waren es über 17.0000 jüdischen Bürger, die von dieser Vertreibungsaktion betroffen waren. Diese Maßnahme des NS-Regimes gegenüber den so genannten "Ostjuden" stellte einen ersten Höhepunkt der physischen und staatlich organisierten Judenverfolgung dar und war der Auftakt zur geplanten Vernichtung der europäischen Juden.

Beteiligung von Schulklassen

Die Putzaktion stellt für Schulklassen eine pädogisch wertvolle Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der NS-Terrorherrschaft dar. Beteiligte Schülerinnen und Schüler finden so bereits im Vorfeld über die Biografien und Leidenswege der ermordeten Menschen einen ganz direkten Zugang zur lokalen NS-Geschichte. Für die Putzaktion 2011 sind Helferinnen und Helfer herzlich willkommen! Interessierte wenden sich bitte bis zum 15. Oktober 2011 an die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen unter Telefon: 0209-9994676 oder per Email an: "heike.jordan@gelsenzentrum.de".

11. September 2011 - Gedenken an jüdische Zwangsarbeiterinnen 11. September 2011 - Gedenken an jüdische Zwangsarbeiterinnen

Nur wenigen Gelsenkirchenern und Gelsenkirchenerinnen ist bekannt, dass in unserer Stadt im so genannten "Dritten Reich" ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald existierte. Das Lager befand sich auf dem Gelände der Gelsenberg Benzin AG (heute BP-Raffinerie) im Stadtteil Horst, nördlich des Linnenbrinksweg. Aus dem KZ Auschwitz hatte man 2000 Mädchen und Frauen nach Gelsenkirchen deportiert, die in dem Lager inhaftiert waren. Bei einem Luftangriff am 11. September 1944 auf die Gelsenberg Benzin AG wurden mindestens 150 der Mädchen und Frauen getötet. Ihnen war als Jüdinnen der Zutritt zu den Luftschutzräumen und Bunkern verboten.   Mehr...

1. September 2011 - Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges 1939 - Antikriegstag 1. September 2011 - Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges 1939 - Antikriegstag

Am 1. September vor 72 Jahren begann Nazideutschland mit dem Überfall auf Polen den II. Weltkrieg. Der faschistische Terror legte große Teile Europas in Schutt und Asche, auch Gelsenkirchen war bei Kriegsende eine Trümmerwüste. Mehr als 20.000 Menschen aus unserer Stadt bezahlten Naziherrschaft und Krieg mit ihrem Leben. Die Gelsenkirchener Friedensbewegung lädt zur Demonstration am 1. September ein:   Mehr...

24. August 2011 - 67. Todestag: Gedenkveranstaltung Fritz Rahkob 24. August 2011 - 67. Todestag: Gedenkveranstaltung Fritz Rahkob

Gedenkveranstaltung des VVN/BdA Gelsenkirchen: In Erinnerung an den von den Nazis ermordeten Widerständler Fritz Rahkob.   Mehr...

20. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen 20. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen

Am 20. August verlegt die Projektgruppe weitere Stolpersteine im Stadtgebiet.   Mehr...

2. August 2011 - Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma 2. August 2011 - Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma

Am 2. August 1944 wurden die 2900 in Auschwitz-Birkenau verbliebenen Sinti und Roma auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Der vorangegangene Versuch, 6000 Sinti und Roma am 16. Mai 1944 in den Gaskammern umzubringen, scheiterte am Widerstand der Häftlinge. Daraufhin wurden alle noch arbeitsfähigen Lagerinsassen selektiert und in andere Konzentrationslager überführt. Zurück blieben Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Sie alle fanden in der Nacht zum 3. August den Tod in den Gaskammern in Auschwitz.   Mehr...

1. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen 1. August 2011 - Stolperstein-Verlegungen in Gelsenkirchen

Im August 2011 werden sie wieder in das Pflaster Gelsenkirchener Gehwege eingelassen - die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. 22 weitere Stolpersteine werden dann an im Nationalsozialismus verfolgte und ermordete Menschen aus Gelsenkirchen erinnern. Am Montag, den 1. August verlegt Gunter Demnig ab 14 Uhr an zehn Orten in Gelsenkirchen insgesamt 18 Stolpersteine, 4 Stolpersteine verlegt die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen Ende August in Eigenregie.   Mehr...

22. Juni 2011 - Erinnerung: 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion 22. Juni 2011 - Erinnerung: 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion

Mit einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion erinnern wir an den systematischen Völkermord und das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg den Angehörigen der Sowjetrepubliken zugefügt haben. Wir erinnern an die über 1000 Menschen, die zwischen 1941-1945 aus den Republiken der Sowjetunion verschleppt und hier in Gelsenkirchen durch Gewalt, Hunger und Krankheit zu Tode kamen.   Mehr...

9. Mai 2011 - Tag des Sieges 9. Mai 2011 - Tag des Sieges

Wie auch in den Jahren zuvor wird der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum in Gelsenkirchen mit der Niederlegung von Blumen den Toten Angehörigen der ehemaligen Sowjetunion am 9. Mai 2011, dem Tag des Sieges über Hitlerdeutschland, ein ehrendes Andenken bewahren.   Mehr...

8. Mai 2011 - Mahnwache am 66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus 8. Mai 2011 - Mahnwache am 66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus

Der 8. Mai 1945 markiert die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und das Ende des von Deutschland entfachten Weltkrieges, der über 55 Millionen Menschenleben kostete. Dieser 8. Mai steht auch symbolisch für die Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager, die dem deutschen Rassen- und Vernichtungswahn entkommen konnten.   Mehr...

1./2 Mai 2011 - Yom Hashoa 2011 - Holocaust Remembrance Day 1./2 Mai 2011 - Yom Hashoa 2011 - Holocaust Remembrance Day

In Gelsenkirchen gedenkt der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum am Abend des 1. Mai 2011 der Opfer des Holocaust. Am damaligen Standort der Gelsenkirchener Ausstellungshalle, in der NS-Zeit so genanntes "Judensammellager" ,werden sechs Lichter entzündet und Blumen niedergelegt.   Mehr...

4. April 2011 - Kundgebung gegen die rechtspopulistische 4. April 2011 - Kundgebung gegen die rechte "Pro NRW": Wehret den Anfängen!

Mit ihrer als "Deutsch-Israelischen Konferenz" bezeichneten Veranstaltung am 4. April 2011 im Schloss Horst schürt die ultrareaktionäre "Pro NRW" weiter Vorbehalte gegen Muslime. "Pro NRW" bewegt sich dabei hart an der Grenze zur Volksverhetzung und versucht erneut, Deutsche und Migranten zu spalten.   Mehr...

13. März 2011 - Kundgebung: Gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus 13. März 2011 - Kundgebung: Gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus

Die Kundgebung findet von 11-13 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz (gegenüber Schloss Horst) in Gelsenkirchen statt. GELSENZENTRUM und AUF Gelsenkirchen zeigen in einer antifaschistischen Aktionseinheit gemeinsam Flagge gegen Rechtspopulismus, Alltagsrassismus und Rechtsextremismus. Geplant sind Rede- und Kulturbeiträge.   Mehr...

27. Januar 2011 - Internationaler Holocaustgedenktag 27. Januar 2011 - Internationaler Holocaustgedenktag

Dieser Tag des Gedenkens erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus. In Gelsenkirchen markiert dieses Datum auch den Jahrestag der Deportation von etwa 350 Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 nach Riga. Nur einige wenige der verschleppten Menschen überlebten die Vernichtungsmaschinerie.

Das gemeinsame Gedenken in Gelsenkirchen beginnt am Morgen des 27. Januar 2011, dem Internationalen Holocaustgedenktag mit dem Vortrag eines jüdischen Zeitzeugen. Der Holocaust-Überlebende Rolf Abrahamsohn spricht im Carl-Friederich-Gauß-Gymnasium auf Einladung von Gelsenzentrum vor Schülern über seine Erfahrungen in den Konzentrationslagern der NS-Zeit.   Mehr...

16. Dezember 2010 - Gedenkveranstaltung: O pharipe meg dschil ... Das Leid lebt noch... 16. Dezember 2010 - Gedenkveranstaltung: "O pharipe meg dschil ... Das Leid lebt noch..."

Den aus rasseideologischen Gründen in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Angehörigen des Volkes der Sinti und Roma aus Gelsenkirchen zum Gedenken.   Mehr...

4. Dezember 2010 - Protestaktion in Gelsenkirchen 4. Dezember 2010 - Protestaktion in Gelsenkirchen

Den Überlebenden der "Reichsbahn"-Deportationen muss Gerechtigkeit widerfahren.   Mehr...

Dieter Ebels liest aus seinem Buch 4. November 2010 - Autorenlesung

Dieter Ebels liest aus seinem Buch "Helene - Eine Kriegskindheit".   Mehr...

28. Oktober 2010 - Erinnerung an die so genannte 28. Oktober 2010 - Erinnerung an die so genannte "Polen-Aktion" 1938

Abschiebung von mehr als 18.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger polnischer Staatsangehörigkeit am 28. Oktober 1938 aus Deutschland. In Gelsenkirchen waren mehr als 80 Jüdinnen und Juden jeden Alters von der Abschiebeaktion betroffen.

Mit einer Putzaktion der besonderen Art erinnerte die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen an die mehr als 80 jüdischen Bürger mit polnischer Staatsangehörigkeit, die von Gelsenkirchen im Rahmen der so genannten "Polenaktion". Mit Ablauf des 28. Oktober wurden alle im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine vom Reinigungstrupp des Arbeitskreises wieder auf Hochglanz gebracht.

Die Putzaktion fand mit einer Andacht vor dem Haus an der Markenstraße 19 im Ortsteil Horst ihren Abschluss. Dort erinnern die Inschriften auf zwei Stolpersteine an das Ehepaar Simon und Frieda Neudorf. Mutter Neudorf und ihr Sohn Herman waren 1938 ebenfalls von der Ausweisung nach Zbaszyn betroffen. Herman Neudorf kehrte 1945 aus dem KZ Buchenwald zurück.   Mehr...

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Email an Andreas Jordan schreiben Andreas Jordan, August 2011. Gelsenzentrum - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen